In dunkler Zeit – Pius XII. und die Ewige Stadt (1943-1944) | EWTN.TV - Katholisches TV

In dunkler Zeit – Pius XII. und die Ewige Stadt (1943-1944)



“In dunkler Zeit – Pius XII. und die Ewige Stadt (1943-1944)” – so lautet der Titel einer neuen 14-teiligen EWTN-Serie zu einem wichtigen Kapitel der Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts. Sie ist mit dem Programmwechsel im Winter 2019 wöchentlich bei EWTN.TV zu sehen. Das Gespräch mit dem Historiker Ulrich Nersinger führt Robert Rauhut.

„Pius XII. und der 2. Weltkrieg“. Die Beschäftigung mit diesem Thema erweist sich als schwierig und brisant. Die damalige Rolle des Papstes wird seit vielen Jahren mit negativen Vorzeichen gesehen und dies obwohl Pius XII. sich wie kein anderer in dieser Zeit als Beschützer der Menschen, unabhängig von ihrer Rasse, Nationalität und Religion, erwies. Wie muss man mit der Thematik umgehen? Welche Schwierigkeiten gibt es dabei? Kann man Abhilfe schaffen? Wird die Öffnung der Vatikanarchive neue Erkenntnisse bringen? Das in den letzten Jahrzehnten kolportierte Bild zu korrigieren, kann auch durch eine sachliche Darstellung der Zeit, in der Rom von deutschen Truppen besetzt war, in Angriff genommen werden.

In der Folge diese Woche geht es um die Übergriffe auf päpstliche Gebiete seitens der Besatzer und ihrer Kollaborateure. Vor der Basilika Santa Maria Maggiore kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall. Von Angesicht zu Angesicht stehen sich Angehörige der Palatingarde und deutsche Soldaten gegenüber, die Gewehre aufeinander gerichtet. Italienische Faschisten durchsuchen das Päpstliche Lombardische Kolleg. Das Päpstliche Institut Orientale und das Collegium Russicum erhalten beängstigende „Besuche“. Die exterritoriale Zone von Sankt Paul vor den Mauern wird durch die italienische faschistische Polizei erstürmt, die Abtei rigoros durchsucht und zahlreiche Menschen verschleppt. Der Heilige Stuhl protestiert und das Ausland merkt auf.

In der Folge kommende Woche (ab Sonntag, den 15.12.) geht es um den Schutz, den römische Ordenshäuser Bedürftigen gewährt haben. Der Papst lässt Konvente, Ordenshäuser und kirchliche Einrichtungen für Verfolgte öffnen. Er verfügt Dispensen vom katholischen Kirchenrecht, damit in Frauenklöstern Männer und in Männerklöstern Frauen Aufnahme finden können. Zur Überraschung des Vatikans stellt die Militärverwaltung der deutschen Besatzungsmacht den geistlichen Häusern Schutzbriefe aus, obwohl die meisten von ihnen über keinen exterritorialen Status verfügen. Die Schutzbriefe sind jedoch keine Freibriefe; jedes Haus muss mit „Besuchen“ rechnen. Alle diese Klöster und kirchlichen Einrichtungen können ihre eigene, beeindruckende Geschichte erzählen.

Die Sendereihe wird wöchentlich ausgestrahlt: Sonntag 21.30 Uhr, Dienstag 10.30 Uhr, Donnerstag 18.30 Uhr, Freitag 13.00 Uhr.

Ulrich Nersinger ist Historiker und Theologe. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zur Kirchengeschichte. Unlängst erschienen von ihm „Päpste“ (Reclam Verlag) und „‚Es lebe der Papst-König!’: Der militärische Kampf um den Kirchenstaat (1860-1870)“ (Bernardus Verlag).

Sendetermine in den kommenden drei Wochen:

 

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