Bistum Osnabrück verkauft Kommende Lage, Ordensgemeinschaften verlassen Gebäude
Das Bistum Osnabrück verkauft die Kommende Lage, eine Klosteranlage bei Rieste. Vor diesem Hintergrund verlassen auch die beiden dort angesiedelten kleinen Ordensgemeinschaften die Gebäude.
Die Kosten „für die notwendige Sanierung des jahrhundertealten Anwesens“ könne das Bistum nicht tragen, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung. Generalvikar Ulrich Beckwermert hatte dies der Gemeinde vor Ort am Dienstag bekanntgegeben.
Die Rede ist von einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag für „die grundlegenden Arbeiten“. Beckwermert stellte klar: „In der jetzigen finanziellen Situation des Bistums, mit diesem hohen Konsolidierungsbedarf, kann es diese zusätzlichen Ausgaben nicht stemmen.“
Zuletzt lebten fünf Franziskaner-Minoriten im Kloster. Sie waren 2021 in die Gebäude der Kommende Lage gekommen. Zuvor hatten dort von 1999 bis 2020 kontemplative Dominikanerinnen gelebt. Seit 2024 waren auch zwei Klarissen-Kapuzinerinnen in der großen Anlage beheimatet.
Als Kommende Lage war das Kloster schon im 13. Jahrhundert von Rittern des Malteserordens bewohnt, die damals allerdings noch als Johanniter bekannt waren. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges mussten die Gebäude neu errichtet werden. 1810 wurde die Kommende wegen der Säkularisation aufgelöst.
Seit 1964 befand sich in den Gebäuden ein Hotel samt Restaurant. Erst 1999 gingen sie wieder in kirchlichen Besitz über, als das Bistum Osnabrück die Gebäude erwarb.
Den Wallfahrtsbetrieb rund um die Kommende Lage will das Bistum aufrechterhalten. Man plane, „Stellen für pastorales Personal zu schaffen, um den Pilgerinnen und Pilgern weiter ein seelsorgerliches Angebot machen zu können“, hieß es in der Mitteilung der Diözese.
„Die Kirche St. Johannes der Täufer ist ein geistlicher Leuchtturm“, betonte Beckwermert in diesem Zusammenhang. „Wir wollen ihn in Zukunft weiter leuchten lassen, auch wenn wir jetzt zu diesem Verkauf gezwungen sind.“
