Papst Leo sendet „Botschaft des Trostes und des Mitgefühls an alle Christen im Südlibanon“
Inmitten des Iran-Kriegs und dessen Auswirkungen in der Region hat Papst Leo XIV. zu Ostern eine „Botschaft des Trostes und des Mitgefühls an alle Christen im Südlibanon“ gerichtet. Das Schreiben an die Menschen in Debel, weniger als zehn Kilometer von der Grenze zum Staat Israel gelegen, wurde von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet und am Dienstag veröffentlicht.
Nachdem die USA und der Staat Israel Ende Februar ihren Krieg gegen den Iran begonnen haben, kam es bald zu Auswirkungen auf die gesamte Region. Im Libanon stellte sich die Terrororganisation Hisbollah an die Seite des Iran und antwortete auf den Krieg mit Schlägen auf Ziele im Staat Israel. Dieser Staat wiederum kämpft nun gegen den Libanon, wobei bereits von tausenden Todesopfern und hunderttausenden Flüchtlingen die Rede ist, die aus dem Süden des Landes gen Norden fliehen.
Debel ist eine fast vollständig christliche, ja sogar katholische Gemeinde. Das israelische Militär zerstört im Südlibanon ganze Dörfer und Städte. So wurde auch Debel Opfer dieses Krieges.
Durch Kardinal Parolin sagte Papst Leo den Menschen in Debel zu Ostern: „Mögen Sie inmitten von Trauer, Angst und Leid heute in Ihren Herzen eine tiefere Freude erfahren: Jesus hat den Tod glorreich besiegt. Es ist eine Freude, die vom Himmel kommt und die Ihnen nichts nehmen kann.“
„In eurem Unglück, in der Ungerechtigkeit, die ihr erleidet, in dem Gefühl der Verlassenheit, das ihr empfindet, seid ihr Jesus ganz nah“, so das Schreiben. „Ihr seid ihm auch an diesem Ostertag nahe, an dem er die Mächte des Bösen besiegt hat und der für euch wie ein Versprechen für die Zukunft erklingt.“
„Verliert also nicht den Mut!“, forderte Leo durch Parolin die Menschen in Debel und in der Region auf. „Keines eurer Gebete, keine eurer Gesten der Solidarität, kein Seufzer der Erschöpfung, den ihr ausstoßt, ist verloren: Unsere Liebe Frau vom Libanon bewahrt alles in ihrem Herzen und trägt es zu ihrem Sohn.“
Noch im November 2025 war der Pontifex selbst in den Libanon gereist und feierte Anfang Dezember eine Messe mit über 100.000 Gläubigen. Der Libanon ist im Nahen Osten das Land mit dem größten Anteil von Christen. Die dortige Verfassung regelt, dass das Staatsoberhaupt maronitischer Christ ist, während der Parlamentspräsident bzw. der Regierungschef dem schiitischen bzw. dem sunnitischen Islam angehören. Der Oberbefehlshaber der Armee wiederum muss Christ sein.
Die Tagesschau berichtete am langen Osterwochenende zur israelischen Militäroffensive im Libanon: „Das libanesische Gesundheitsministerium hat seit Beginn des Krieges Anfang März fast 1.500 Tote und mehr als 4.600 Verletzte registriert. Schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen mussten ihre Heimatorte verlassen, vor allem im Südlibanon. Sie suchen nun Zuflucht im Großraum Beirut, in Notunterkünften, bei Verwandten und Bekannten.“