Papst Leo bringt „große Freude“ zum Ausdruck, „hier in Kamerun zu sein“

Papst Leo bringt „große Freude“ zum Ausdruck, „hier in Kamerun zu sein“

Papst Leo XIV. hat am Mittwochabend erklärt, es sei ihm „eine große Freude, hier in Kamerun zu sein“. Das Land in Zentralafrika – die zweite Station auf seiner Reise in vier afrikanische Länder –, werde „wegen des Reichtums seiner Landschaften, Kulturen, Sprachen und Traditionen oft als ‚Afrika im Kleinen‘ bezeichnet“, sagte Leo in einer Ansprache vor Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft sowie dem diplomatischen Korps in Yaoundé, der Hauptstadt von Kamerun.

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Zu Beginn stellte der Pontifex klar: „Ich komme zu Ihnen als Hirte und als Diener des Dialogs, der Brüderlichkeit und des Friedens. Mein Besuch ist Ausdruck der Zuneigung des Nachfolgers Petri für alle Kameruner sowie des Wunsches, einen jeden zu ermutigen, mit Begeisterung und Ausdauer am Aufbau des Gemeinwohls weiterzuarbeiten.“

Gleichzeitig bekundete er den Willen, „die Bande der Zusammenarbeit zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Kamerun zu stärken, die auf gegenseitigem Respekt, der Würde jedes Menschen und der Religionsfreiheit beruhen“.

Während Leo in den letzten Wochen und Monaten wiederholt auf die Kriege gegen den Iran und gegen die Ukraine eingegangen war, betonte er, dass auch Kamerun „aktuell schwierige Zeiten“ durchlebe. „Die Spannungen und Gewalttaten, die einige Regionen im Nordwesten, Südwesten und im hohen Norden heimgesucht haben, haben großes Leid verursacht: Menschen sind ums Leben gekommen, Familien haben ihr Zuhause verloren, Kinder können nicht zur Schule gehen, junge Menschen sehen keine Zukunft für sich.“

Vor diesem Hintergrund formulierte Papst Leo einen Friedensappell. Es gelte, „der Logik der Gewalt und des Krieges eine Absage zu erteilen und einen Frieden anzustreben, der auf Liebe und Gerechtigkeit gründet. Einen Frieden, der unbewaffnet ist, also nicht auf Angst, Drohungen oder Waffen beruht; und einen Frieden, der entwaffnend ist, weil er Konflikte lösen, Herzen öffnen und Vertrauen, Empathie und Hoffnung wecken kann.“

Frieden lasse sich „nicht per Dekret verordnen“, sondern müsse „angenommen und gelebt werden“, als „Geschenk Gottes, das sich in geduldiger und gemeinschaftlicher Arbeit entwickelt“.

An die anwesenden Führungspersönlichkeiten aus Politik und Zivilgesellschaft gewandt erklärte der Pontifex: „Damit Frieden und Gerechtigkeit sich durchsetzen können, müssen nämlich die Ketten der Korruption gesprengt werden, die die Obrigkeit in Verruf bringen und ihr ihre Autorität nehmen. Das Herz muss von jenem Gewinnstreben befreit werden, das Götzendienst ist: Der wahre Gewinn ist die ganzheitliche menschliche Entwicklung, also das ausgewogene Wachstum all jener Aspekte, die das Leben in diesem Land zu einem Segen machen.“

Im Verlauf der Ansprache ging Leo auch auf religiöse Aspekte ein. „Gott sei Dank mangelt es den jungen Menschen in Kamerun nicht an einer tiefen Spiritualität, die sich noch immer der Gleichmacherei des Marktes widersetzt“, betonte er. „Es ist eine Kraft, die ihre Träume wertvoll macht, welche in den Prophetien wurzeln, die ihr Gebet und ihre Herzen nähren. Religiöse Traditionen, sofern sie nicht durch das Gift des Fundamentalismus verfälscht werden, bringen Propheten des Friedens, der Gerechtigkeit, der Vergebung und der Solidarität hervor.“

„Indem sie den interreligiösen Dialog fördern und religiöse Führer in Initiativen der Vermittlung und Versöhnung miteinbeziehen, können Politik und Diplomatie auf moralische Kräfte zurückgreifen, die in der Lage sind, Spannungen abzubauen, Radikalisierungen vorzubeugen und eine Kultur der Wertschätzung und des gegenseitigen Respekts zu fördern“, fuhr er fort.

Die katholische Kirche in Kamerun wolle ihrerseits „durch ihre Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie ihre Wohltätigkeitsarbeit weiterhin allen Bürgern ohne Unterschied dienen“, stellte Papst Leo klar. „Sie möchte loyal mit den zivilen Autoritäten und allen dynamischen Kräften der Nation zusammenarbeiten, um die Menschenwürde und die Versöhnung zu fördern. Wo immer möglich, beabsichtigt sie, die Zusammenarbeit mit anderen Ländern sowie die Verbindungen zwischen den Kamerunern in der Welt und ihren Herkunftsgemeinschaften zu erleichtern.“

EWTN überträgt alle öffentlichen Programmpunkte der Afrika-Reise von Papst Leo XIV. live im Fernsehen sowie online im Stream. Die Programmpunkte mit genauen Uhrzeiten sowie die entsprechenden Links für den Stream finden Sie HIER.

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