Jugendpfarrer Neumeier verteidigt Star-Wars-Gottesdienst im Erzbistum Bamberg

Jugendpfarrer Neumeier verteidigt Star-Wars-Gottesdienst im Erzbistum Bamberg

Der Bamberger Diözesanjugendpfarrer Gerd Richard Neumeier hat einen Star-Wars-Gottesdienst in seinem Erzbistum verteidigt. Im Interview mit dem Portal katholisch.de erklärte er am Sonntag, das Konzept sei theologisch sauber abgegrenzt und folge den jugendpastoralen Vorgaben von Papst Franziskus.

„Uns war sehr wichtig, das theologisch sauber zu trennen. Der Gottesdienst begann mit mehr Bezug zu den Filmen als zur Liturgie. […] Es knüpfte eben die Thematiken an, die sich sowohl in den Filmen als auch der Bibel finden, aber wir haben Aspekte wie den Kampf nicht mit der Liturgie vermischt“, sagte Neumeier in dem Interview.

Am 18. April fand der Wortgottesdienst in der Jugendkirche der Burg Feuerstein bei Ebermannstadt statt. Konzipiert hatte ihn der Bamberger Domvikar in seiner Funktion als Jugendpfarrer. Neumeier betonte ausdrücklich, es habe sich nicht um eine Eucharistiefeier gehandelt, sondern um einen Wortgottesdienst.

Begonnen habe die Feier mit einem Lichtschwertkampf zwischen Darth Vader und dem Jedi-Ritter Gabriel. „So haben wir das Thema des Gottesdienstes platziert und konnten so die Brücke zum liturgischen Teil bauen“, erklärte der Jugendpfarrer. Danach seien Kyrie, eine erste Lesung, Psalm 27, Halleluja und das Evangelium der Versuchungen Jesu gefolgt.

Die Themen der Filmreihe ließen sich theologisch tragfähig anschließen, betonte Neumeier: „In den Filmen ist das Motiv von Gut und Böse, Licht und Dunkel explizit vertreten. Diese Motive und Themen finden wir auch in der Bibel, weshalb Star Wars da eine perfekte Brücke zum Glauben und der Begegnung mit Gott bildet.“

Auf kritische Stimmen reagierte Neumeier gelassen. „Natürlich gibt es kritische Stimmen“, räumte er ein. „Vor allem aus Fernsehberichten ging die Konzeption nicht so richtig hervor.“ Die überwiegende Resonanz sei jedoch positiv ausgefallen, das Jugendhaus auf der Burg Feuerstein „bis oben hin voll“ gewesen.

Neumeier verwies auf die Vorgaben des Apostolischen Schreibens Christus vivit von Papst Franziskus: „Da fordert er unter anderem eine kreative, missionarische Jugendpastoral, die neue Wege geht und junge Menschen dort anspricht, wo sie stehen und leben.“

Der Star-Wars-Gottesdienst ist Teil des Projekts „buchbare Gottesdienste“ des Jugendamts der Erzdiözese Bamberg. Pfarreien, Seelsorgebereiche und Einrichtungen können das Format mit Kostümen, Technik und Priester anfragen.

In einer Erklärung vom 17. April betonte die verantwortliche Stelle: „Die gestalterischen Elemente wie Kostüme und Musik dienen also nicht der Unterhaltung, sondern fungieren als Deutungssprache, um zwischen der Lebenswelt und den Glaubensinhalten zu vermitteln – quasi als Brücke zum Verstehen.“

Neumeier kündigte an, das Format auch künftig anbieten zu wollen. „Wir müssen auf kreative Art auf junge Menschen und die Gruppe der Fernstehenden zugehen“, sagte er. Der erste Gottesdienst sei „so gut“ angekommen, dass weitere Pfarreien ihn buchen könnten, ohne selbst Kostüme und Dekoration anschaffen zu müssen.

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