„Wir müssen uns einmischen!“: Katholikentag in Würzburg hat begonnen
Mit hochrangigen Vertretern aus Kirche und Gesellschaft, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, hat am Mittwoch der Katholikentag in Würzburg begonnen. Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), das die alle paar Jahre stattfindenden Katholikentage organisiert, erklärte: „Wir müssen uns einmischen! Eine Kirche, die sich zur Menschenwürde, zur Solidarität, zu konkretem Handeln in der Not der Zeit bekennt, ist eine politische Kirche.“
Der Würzburger Bischof Franz Jung betonte ebenfalls: „Aus seiner geistlichen Mitte heraus hat der Katholikentag auch immer eine starke politische Dimension. Die Besucherinnen und Besucher sollen erfahren, wo konkret und wie genau wir als Kirche unsere Hoffnung in die Gesellschaft tragen.“
ZdK-Generalsekretär Marc Frings erinnerte an den Katholikentag 2024 in Erfurt, der gezeigt habe, „dass Kirche auch in der Diaspora öffentlich relevant sein kann“. In Würzburg müsse man nun zeigen, „dass katholische Prägung keine nostalgische Kulisse, sondern Auftrag ist, um Demokratie und Zusammenhalt zu verteidigen“.
Bischof Heiner Wilmer SCJ von Hildesheim, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), ermutigte bei einer Veranstaltung am Mittwoch dazu, „aufzustehen, um gegen Spaltungen in der Gesellschaft und in Europa aufzubegehren. Gerade deshalb ist es gut, wenn ein Katholikentag daran erinnert, was Zusammenhalt bedeutet: Die Demokratie gründet in Werten und Prinzipien, die das Christentum wesentlich vor- und mitgeprägt hat.“
„Die katholische Kirche und – in ökumenischer Verbundenheit darf ich sicherlich sagen – die Kirchen in Deutschland werden ihren Beitrag leisten, die Politik zu unterstützen im Kampf gegen dumpfe Parolen vom äußersten rechten und linken Rand, im Kampf gegen jene, die die Demokratie beschädigen wollen, im Kampf gegen jene, denen Redeverbote lieber sind als ein Dialog“, fuhr er fort.
Demgegenüber gelte: „Der christliche Glaube ist seinem Selbstverständnis nach universal und nicht an eine bestimmte kulturelle oder politische Ordnung gebunden. Das Christentum hat das heutige Europa und seine Länder wesentlich geprägt, ohne es exklusiv zu definieren. Der Begriff christliches Abendland ist kein politischer Kampfbegriff und darf nicht missbraucht werden.“
Bei einer Messe zum Hochfest Christi Himmelfahrt am Donnerstag sagte Bischof Jung, man habe sich an Jesus Christus zu orientieren. Er fügte hinzu: „Hoffnungsfroh wissen wir, dass wir zur Gemeinschaft mit Gott berufen sind. Daraus gewinnen wir eine Würde, die uns niemand nehmen kann.“
