Bund Katholischer Unternehmer würdigt KI-Enzyklika „Magnifica humanitas“
Gemeinsam mit der Wissenschaftlichen Vereinigung zur Förderung der Christlichen Gesellschaftslehre Ordo socialis hat der Bund Katholischer Unternehmer die KI-Enzyklika Magnifica humanitas gewürdigt. Das Lehrschreiben von Papst Leo XIV. über die Künstliche Intelligenz war am Pfingstmontag veröffentlicht worden.
Die Enzyklika markiere „einen bedeutenden Moment in der Weiterentwicklung der katholischen Soziallehre und stellt zugleich einen wichtigen Beitrag zur internationalen Debatte über Technologie, Demokratie, Wirtschaft und Menschenwürde in Zeiten der KI dar“, hieß es.
Magnifica humanitas sei „weit mehr als ein kirchliches Lehrschreiben“, nämlich „ein eindringlicher moralischer Appell an die Weltgemeinschaft, die Würde der menschlichen Person auch im digitalen Zeitalter zu bewahren“. Die Enzyklika eröffne „einen dringend notwendigen Dialog über die Zukunft von Arbeit, Wirtschaft, Demokratie und menschlichem Zusammenleben in Zeiten der KI“.
„Die Enzyklika erinnert uns daran, dass technischer Fortschritt nur dann wahrer Fortschritt ist, wenn er dem Menschen dient und seine unveräußerliche Würde achtet“, fuhren die beiden Verbände fort. „Durch seine aus der Gottesebenbildlichkeit begründete Würde bleibt der Mensch als Person in sozialer Verantwortung unersetzbar – das gilt gerade auch in Zeiten von Automatisierungsschüben.“
„In besonderer Weise kritisiert Papst Leo XIV. die zunehmende Konzentration wirtschaftlicher und technologischer Macht in den Händen weniger globaler Tech-Konzerne“, so BKU und Ordo socialis. „Angesichts dieser vom Papst beschrieben ökonomischen Machtkonzentration gilt es, das Gemeinwohl nicht nur auf nationaler Ebene anzustreben, sondern auch als Maßstab für internationale Technologiekonzerne einzufordern. Als sozialethischer Kompass ist die Enzyklika bei dieser wichtigen Aufgabe unabdingbar.“
„Wo wirtschaftliche Entscheidungen allein durch Algorithmen, Automatisierung und Marktlogiken bestimmt werden, droht der Mensch zum bloßen Objekt technischer Prozesse zu werden“, warnten die beiden Verbände. „Wie schon sein Vorgänger identifiziert Papst Leo hier ein technokratisches Paradigma und gibt der Weltöffentlichkeit mit der katholischen Soziallehre ein passendes Instrumentarium in die Hand, um dieses Paradigma zu entwaffnen.“
Mit mehr als 40.000 Wörtern in der deutschen Fassung gehört Magnifica humanitas zu den längsten päpstlichen Lehrschreiben. Es ist die erste Enzyklika, die sich mit der Künstlichen Intelligenz befasst. Allerdings befassten sich bereits andere vatikanische Texte mit dem Thema, insbesondere die Note Antiqua et nova aus dem Jahr 2025, die vom Dikasterium für die Glaubenslehre und vom Dikasterium für die Kultur und die Bildung stammte, sowie Quo vadis, humanitas?, einen Anfang dieses Jahres von der Internationalen Theologischen Kommission veröffentlichten Text. Beide Dokumente werden häufig in den Fußnoten von Magnifica humanitas zitiert.