Papst Leo spricht in Barcelona über Kirche als Braut und als Leib Jesu Christi

Papst Leo spricht in Barcelona über Kirche als Braut und als Leib Jesu Christi

Unmittelbar nach seiner Ankunft am Flughafen Barcelona-El Prat am Dienstagmittag hat sich Papst Leo XIV. zur Kathedrale Heilig Kreuz und St. Eulalia in der zweitgrößten Stadt Spaniens begeben, um dort die Mittagshore zu beten und ein Wort an die versammelten Gläubigen zu richten. In einer kurzen Predigt ging Leo auf die Kirche als Braut und als Leib Jesu Christi ein.

„Das erste Bild erinnert uns daran, dass die Kirche – und insbesondere diese Versammlung, die reich ist an Gaben, Charismen und den vielfältigen Lebensgeschichten jedes Einzelnen – vor allem eine geliebte Braut ist“, erläuterte der Pontifex. „Gott hat euch hierhergeführt, weil er in euch und in eurem Zusammensein eine einzigartige und heilige Schönheit und Güte liebt. Er hat euch erwählt, heute die Gemeinschaft der Heiligen in Barcelona zu repräsentieren.“

„Und in diesem Bewusstsein lade ich euch ein, einmütig den Vorsatz zu erneuern, gemeinsam – alle, Gläubige und Hirten – in der Nachfolge Christi der Fülle des Lebens entgegenzugehen“, fügte er hinzu. „Die Kirche ist Frucht eines Aktes der Liebe, die ihr vorausgeht und von Gott kommt, und sie wächst vor allem dadurch, dass sie sich von ihm lieben lässt, vereint, mit einem demütigen und dankbaren Herzen.“

Papst Leo ermutigte dazu, „ein familiäres Klima“ zu verbreiten, „in dem wir zusammen leben, uns unserer gemeinsamen Kindschaft und Berufung bewusst sind, solidarisch, offen, fähig zu Barmherzigkeit, Opfer, gegenseitiger Achtung und Vergebung“.

Über das „Bild vom Leib“ sagte Leo: „Wenn Christus der Bräutigam ist, der uns zuerst geliebt hat, so ist er auch das Haupt, mit dem wir als Glieder eines einzigen Leibes verbunden sind, einer im Dienst des anderen, Menschen ‚aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern‘, alle beseelt durch das Wirken desselben Geistes, alle zur gleichen Heiligkeit berufen“.

„Auch das ist wichtig, denn es erinnert uns daran, dass die Zusammenarbeit für uns keine Frage des ‚Stils‘ ist, sondern eine innere Notwendigkeit, die auf der Gnade gründet, die jedem ‚in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat‘ gewährt wurde und auf die wir antworten, indem wir die empfangenen Charismen unter Achtung der anvertrauten Dienste einbringen“, fügte er hinzu. „Es ist der Geist, der uns als Glieder eines einzigen lebendigen Gefüges dazu antreibt, uns vorbehaltlos dort einzusetzen, wohin die Vorsehung uns ruft, und zwar nach Gottes Plan, im Gehorsam und im Vertrauen.“

„Wie in einem Leib gibt es auch unter uns stärkere und schwächere Glieder: einige sind sichtbar und erfüllen nach außen hin klare Aufgaben, andere sind verborgen und wirken von innen heraus – manchmal unermüdlich und in lebenswichtigen Funktionen, ohne dass es jemand bemerkt“, sagte der Papst.

Die Gläubigen rief der Pontifex zum Zeugnis auf „in einer von Kriegen und Spaltungen zerrissenen Welt, in einer zunehmend fragmentierten und individualistischen Gesellschaft“: „Wie die Jungfrau Eulalia und viele andere Märtyrer wollen wir mit unserem ‚Ja‘ antworten, wenn nötig dazu bereit, uns selbst zu sterben, unser Leben zu verlieren, um es wiederzufinden, auf das Überflüssige zu verzichten, um auf dem aufzubauen, was wesentlich ist und ewig währt.“

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