Neuer DBK-Chef Wilmer in „tiefer Sorge“ nach Angriff von USA und Israel auf Iran
Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer SCJ, hat erklärt, die „neuerlichen Kampfhandlungen zwischen Israel, den USA und Iran“ erfüllten ihn „mit tiefer Sorge“. Der Bischof von Hildesheim meldete sich am Samstag, wenige Tage nach seiner Wahl zum DBK-Vorsitzenden, zu Wort.
„Israels Sicherheit ist für mich von herausragender Bedeutung“, stellte Wilmer klar. „Und jeder, der Freiheit liebt, sehnt sich nach dem Moment, an dem die iranische Bevölkerung das Joch einer brutalen Herrschaft abschütteln kann.“
Gleichzeitig stellte er die Frage: „Aber werden die militärischen Auseinandersetzungen, die am Samstagmorgen begonnen haben, dem Mittleren Osten mehr Frieden und Freiheit bringen?“
Am Samstag hatten die USA und Israel den Iran angegriffen. Die Tagesschau berichtete: „Insgesamt wurden nach israelischen Angaben ‚Hunderte iranische Militärziele, darunter Raketenabschussvorrichtungen im Westen Irans‘, angegriffen. Die Angriffe richteten sich laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Israels auch gegen Einrichtungen für ballistische Raketen. Die US-Angriffe auf Iran erfolgten von der Luft und von See aus.“
Bei der Militäraktion wurde auch Ajatollah Ali Chamenei getötet, der den Iran jahrzehntelang als wichtigster islamischer Führer sowie als Staatsoberhaupt prägte. „Chameneis Außenpolitik war geprägt vom Kampf gegen die Erzfeinde Israel und USA“, so die Tagesschau. „Darüber hinaus trieb Chamenei das umstrittene Atomprogramm und die Produktion ballistischer Raketen voran. Über eine Atombombe verfügte der Iran bis zuletzt allerdings nicht.“
Bereits im Juni 2025 hatten die USA unter Präsident Donald Trump militärische Schläge gegen den Iran durchgeführt. Damals behauptete er: „Satellitenbilder zeigen, dass alle Nuklearstandorte im Iran monumentale Schäden davongetragen haben. ‚Vernichtung‘ ist hier das richtige Wort!“
Nun – weniger als ein Jahr später – war offenbar erneut ein Angriff nötig, der wiederum mit dem Streben des Iran nach Atomwaffen begründet wurde. Iranische Gegenschläge haben inzwischen auch erste US-amerikanische Todesopfer gefordert.
Wilmer betonte am Samstag, er bete „für die Menschen im Iran und Israel, die einmal mehr Opfer der Gewalt werden. Und ich bete für die Region, dass sie sich endlich zu einer Stätte echten Friedens statt immer wiederkehrenden Blutvergießens wandeln möge.“
„Juden, Muslime und Christen sind an den Kämpfen dieser Tage beteiligt und von ihnen betroffen“, erinnerte der Bischof, um dann „die Gläubigen der abrahamitischen Religionen“ einzuladen, „sich dem Gebet anzuschließen“.
Das Christentum im Iran ist besonders von Verfolgung betroffen, wie etwa das christliche Hilfswerk Open Doors darlegt: „Die Regierung sieht in christlichen Konvertiten einen Versuch westlicher Länder, den Islam und die islamische Regierung des Iran zu untergraben. Leiter von Gruppen solcher christlicher Konvertiten sowie Mitglieder derjenigen Denominationen und Kirchen, die christliche Konvertiten unterstützen, werden verhaftet, vor Gericht gestellt und wegen ‚Verbrechen gegen die nationale Sicherheit‘ zu langen Haftstrafen verurteilt.“
Nichtsdestotrotz gibt es in dem Land eine katholische Hierarchie. Papst Franziskus machte den Erzbischof von Teheran-Isfahan, Dominique Mathieu OFMConv, Ende 2024 gar zum Kardinal. Im Iran leben allerdings nur etwa 25.000 Katholiken.