Papst Leo fordert „Stabilität und Frieden“ nach Angriff von USA und Israel auf Iran

Papst Leo fordert „Stabilität und Frieden“ nach Angriff von USA und Israel auf Iran

Nach dem Angriff auf den Iran durch die Vereinigten Staaten von Amerika und den Staat Israel hat Papst Leo XIV. am Sonntag „Stabilität und Frieden“ gefordert. Es gelte, „die Spirale der Gewalt zu stoppen“, sagte der Pontifex nach dem Angelusgebet am Sonntag.

Am Samstag hatten die USA und Israel den Iran angegriffen. Die Tagesschau berichtete: „Insgesamt wurden nach israelischen Angaben ‚Hunderte iranische Militärziele, darunter Raketenabschussvorrichtungen im Westen Irans‘, angegriffen. Die Angriffe richteten sich laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Israels auch gegen Einrichtungen für ballistische Raketen. Die US-Angriffe auf Iran erfolgten von der Luft und von See aus.“

Bei der Militäraktion wurde auch Ajatollah Ali Chamenei getötet, der den Iran jahrzehntelang als wichtigster islamischer Führer sowie als Staatsoberhaupt prägte. „Chameneis Außenpolitik war geprägt vom Kampf gegen die Erzfeinde Israel und USA“, so die Tagesschau. „Darüber hinaus trieb Chamenei das umstrittene Atomprogramm und die Produktion ballistischer Raketen voran. Über eine Atombombe verfügte der Iran bis zuletzt allerdings nicht.“

Bereits im Juni 2025 hatten die USA unter Präsident Donald Trump militärische Schläge gegen den Iran durchgeführt. Damals behauptete er: „Satellitenbilder zeigen, dass alle Nuklearstandorte im Iran monumentale Schäden davongetragen haben. ‚Vernichtung‘ ist hier das richtige Wort!“

Nun – weniger als ein Jahr später – war offenbar erneut ein Angriff nötig, der wiederum mit dem Streben des Iran nach Atomwaffen begründet wurde. Iranische Gegenschläge haben inzwischen auch erste US-amerikanische Todesopfer gefordert.

Vor diesem Hintergrund erklärte Papst Leo am Sonntag: „Mit großer Besorgnis verfolge ich in diesen dramatischen Stunden die Ereignisse im Nahen Osten und im Iran. Stabilität und Frieden lassen sich nicht durch gegenseitige Drohungen oder durch Waffen erreichen, die Zerstörung, Leid und Tod bringen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog.“

„Angesichts der Möglichkeit einer Tragödie von enormem Ausmaß richte ich einen eindringlichen Appell an die beteiligten Parteien, die moralische Verantwortung zu übernehmen, die Spirale der Gewalt zu stoppen, bevor sie zu einem unüberwindbaren Abgrund wird“, so der Pontifex weiter.

„Möge die Diplomatie ihre Rolle wiederfinden und das Wohl der Völker gefördert werden, die sich nach einem friedlichen Zusammenleben auf der Grundlage der Gerechtigkeit sehnen“, schloss Leo, bevor er die Gläubigen aufforderte, „weiterhin für den Frieden“ zu beten.

Das Christentum im Iran ist besonders von Verfolgung betroffen, wie etwas das christliche Hilfswerk Open Doors darlegt: „Die Regierung sieht in christlichen Konvertiten einen Versuch westlicher Länder, den Islam und die islamische Regierung des Iran zu untergraben. Leiter von Gruppen solcher christlicher Konvertiten sowie Mitglieder derjenigen Denominationen und Kirchen, die christliche Konvertiten unterstützen, werden verhaftet, vor Gericht gestellt und wegen ‚Verbrechen gegen die nationale Sicherheit‘ zu langen Haftstrafen verurteilt.“

Nichtsdestotrotz gibt es in dem Land eine katholische Hierarchie. Papst Franziskus machte den Erzbischof von Teheran-Isfahan, Dominique Mathieu OFMConv, Ende 2024 gar zum Kardinal. Im Iran leben allerdings nur etwa 25.000 Katholiken.

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