Europäische Bischöfe bringen „tiefste Besorgnis“ über Iran-Krieg zum Ausdruck
Der Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) hat seine „tiefe Besorgnis über die jüngste Eskalation der Gewalt im Iran und im gesamten Nahen Osten“ zum Ausdruck gebracht.
Bischof Mariano Crociata von Latina-Terracina-Sezze-Priverno in Italien, seit 2023 für die COMECE verantwortlich, sagte am Mittwoch: „Meine ersten Gedanken gelten all jenen Menschen, welche die schwerste Last zu tragen haben, Menschen und Gemeinschaften, die bereits seit langem unter Not und Instabilität leiden und nun mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert sind.“
Am Samstag hatten die Vereinigten Staaten von Amerika und der Staat Israel eine militärische Aktion gegen den Iran gestartet. Das Land antwortete mit Angriffen auf zahlreiche weitere Länder in der Region, wobei es um Ziele geht, die mit den USA und Israel in Verbindung stehen.
Crociata konstatierte, der Iran-Krieg bedeute „eine weitere Schwächung der auf Regeln basierenden internationalen Ordnung und eine fortgesetzte Missachtung des Völkerrechts. Es ist zutiefst beunruhigend, dass erneut Gewaltanwendung Vorrang vor diplomatischen Bemühungen hat. Darüber hinaus zeigt die aktuelle Situation, dass die Logik der Vergeltung und Rache eine Spirale der Gewalt zu schüren droht, die die regionale und globale Stabilität gefährdet und möglicherweise zu einer Tragödie von immensem Ausmaß führt.“
Der COMECE-Präsident forderte die EU auf, „geeint zu bleiben und ihre Berufung als Friedensprojekt zu erneuern – indem sie die Deeskalation zwischen allen beteiligten Parteien fördert, diplomatische Bemühungen wieder aufnimmt und das Völkerrecht, auch im Bereich der Nichtverbreitung von Kernwaffen, konsequent einhält“.
„Wir beten dafür, dass die Waffen im gesamten Nahen Osten schweigen mögen“, betonte Crociata für die COMECE, der 25 Bischofskonferenz aus ganz Europa angehören. „Möge für die Menschen im Iran und in der Region ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, das ihnen den Weg in eine friedliche Zukunft ebnet, die von Achtung der Menschenwürde und der grundlegenden Menschenrechte geprägt ist.“
Am Mittwoch meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa): „Die Zahl der Todesopfer im Iran ist einer staatsnahen Stiftung zufolge auf mehr als 1.000 gestiegen.“
Am Dienstag hatte die Tagesschau berichtet: „Die Menschen in Iran haben keine Schutzräume, keine unterirdischen Bunker. Sie sind den Angriffen schutzlos ausgeliefert. Der Rote Halbmond berichtet von mehr als 780 Toten. Die Menschenrechtsorganisation HRANA hat seit Kriegsbeginn bislang 225 Fälle von getöteten Zivilisten verifizieren können. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.“
Bei der Militäraktion gegen den Iran wurde auch Ajatollah Ali Chamenei getötet, der das Land jahrzehntelang als wichtigster islamischer Führer sowie als Staatsoberhaupt prägte. „Chameneis Außenpolitik war geprägt vom Kampf gegen die Erzfeinde Israel und USA“, so die Tagesschau. „Darüber hinaus trieb Chamenei das umstrittene Atomprogramm und die Produktion ballistischer Raketen voran. Über eine Atombombe verfügte der Iran bis zuletzt allerdings nicht.“
Bereits im Juni 2025 hatten die USA unter Präsident Donald Trump militärische Schläge gegen den Iran durchgeführt. Damals behauptete er: „Satellitenbilder zeigen, dass alle Nuklearstandorte im Iran monumentale Schäden davongetragen haben. ‚Vernichtung‘ ist hier das richtige Wort!“
Nun – weniger als ein Jahr später – war offenbar erneut ein Angriff nötig, der wiederum mit dem Streben des Iran nach Atomwaffen begründet wurde. Iranische Gegenschläge haben auch mehrere US-amerikanische Todesopfer gefordert. Israelische Angriffe forderten unterdessen im Libanon dutzende Menschenleben.
