Studiengruppe der Weltsynode für mehr Frauenbeteiligung in Priesterausbildung

Studiengruppe der Weltsynode für mehr Frauenbeteiligung in Priesterausbildung

Das Generalsekretariat der Synode hat einen vorläufigen Bericht einer Studiengruppe veröffentlicht, in dem es darum geht, den Wert des „Urteils der Frauen“ bei der Auswahl von Kandidaten für das Priestertum anzuerkennen und zu verhindern, dass Seminare zu „künstlichen Umgebungen“ werden, die vom normalen kirchlichen Leben abgekoppelt sind.

Das Dokument umfasst die Schlussfolgerungen der Studiengruppe zur Priesterausbildung – eine von zehn Gesprächsrunden, die Papst Franziskus 2024 während der Weltsynode zur Synodalität eingerichtet hatte. Die Gruppen wurden beauftragt, aus einer synodalen Perspektive bestimmte Fragen zu vertiefen, die für die Mission der Kirche als relevant angesehen wurden.

Die nun veröffentlichten Vorschläge haben keinen endgültigen Charakter, sondern wurden Papst Leo XIV. zur Prüfung vorgelegt.

Vermeidung von „Infantilismus“ in den Seminaren

Einer der zentralen Punkte des Berichts ist die Notwendigkeit, das Ausbildungsmodell der Priesterseminare zu überarbeiten, um eine übermäßige Abgrenzung vom normalen Leben der Kirche zu vermeiden.

Das Ziel sei es, „so Bedingungen der Trennung zu vermeiden, unter denen sich leicht Verantwortungslosigkeit, Heuchelei und klerikaler Infantilismus entwickeln können“.

Es wird auch die Notwendigkeit einer „echten Erfahrung des Glaubenslebens und des Engagements in der christlichen Gemeinschaft“ als unverzichtbare Voraussetzung für eine erste Berufungsfindung betont, bevor bestimmte Wege eingeschlagen werden.

Seminare sollen keine „künstlichen Umgebungen“ sein

Der Text weist darauf hin, dass es notwendig sie, Seminaristen einen Zugang zu „anderen Ausbildungsmodulen“ zu bieten, die „nicht alternativ, sondern ergänzend“ zu der Zeit sind, welche die zukünftigen Priester im Seminar verbringen.

So versichert die Studiengruppe, der Ausbildungsweg der Seminaristen dürfe „keine künstlichen Umgebungen schaffen, die vom normalen Leben der Gläubigen abgekoppelt sind“, sondern in engem Kontakt mit dem Alltag des Volkes Gottes stattzufinden habe.

Auf diese Weise soll den Kandidaten „ein echtes Leben unter normalen menschlichen Bedingungen“ und eine „stabile Einbindung in das Leben der christlichen Gemeinschaft“ garantiert werden, „die eine solide ganzheitliche Reifung gewährleisten“.

Die Warnung zielt auf ein Ausbildungsmodell ab, das, wenn es in zu geschlossenen oder selbstbezogenen Umgebungen entwickelt wird, unreife Einstellungen oder Vertuschungsdynamiken begünstigen könne.

Daher wird vorgeschlagen, das traditionelle Modul – das den Aufenthalt im Seminar vorsieht – mit verschiedenen Modulen abzuwechseln, die „den Aufenthalt in Pfarrgemeinden oder anderen kirchlichen Bereichen vorsehen, ohne dass dies eine Verlängerung der Ausbildungszeit bedeutet“.

Blick und Urteil der Frauen

Der Bericht betont, die Entscheidungsfindung über die Weihekandidaten müsse ein „echtes Hören auf das Volk Gottes“ einschließen.

Konkret schlägt er vor, dass „im Hinblick auf die Verleihung der heiligen Weihen“ während der Auswahlphase der Kandidaten „der Pfarrer der Heimatgemeinde“ und die Personen, mit denen der Kandidat seinen „pastoralen Dienst“ ausgeübt hat, konsultiert werden.

Der Text fügt ausdrücklich hinzu, „auch der Sichtweise und dem Urteil von Frauen“ müsse „gebührende Bedeutung beigemessen werden“.

Transparenz im synodalen Prozess

Papst Leo hat aus Gründen der Transparenz angeordnet, dass die Berichte der Studiengruppen veröffentlicht werden. In den kommenden Wochen werden die Texte der anderen acht Studiengruppen, die 2024 gebildet wurden, bekanntgegeben.

Ebenso werden die Arbeiten der später vom Papst eingesetzten Gesprächsrunden veröffentlicht, nämlich jene der Studiengruppe zum Thema „Liturgie in synodaler Perspektive“ und der Studiengruppe, die sich mit dem „Statut der Bischofskonferenzen, der kirchlichen Versammlungen und der Partikularkonzilien“ befasst.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.

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