Besuch des Kölner Doms soll bald Geld kosten, weil der Unterhalt teurer wird

Besuch des Kölner Doms soll bald Geld kosten, weil der Unterhalt teurer wird

Der Besuch des weltberühmten Kölner Doms soll – abgesehen von Gottesdiensten und stillem Gebet – bald Geld kosten, weil der Unterhalt teurer wird. Man werde „ab der 2. Jahreshälfte 2026 eine Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher“ einführen, teilte das Metropolitankapitel am Mittwoch mit.

Der Unterhalt des Gebäudes koste in diesem Jahr etwa 16 Millionen Euro, was 44.000 Euro pro Tag entspreche, sagte Dompropst Guido Assmann, der auch Generalvikar der Erzdiözese Köln ist.

Nun aber gilt laut Metropolitankapitel: „Allgemeine Preissteigerungen und gestiegene Personalkosten haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Kosten für den Unterhalt des Kölner Domes stetig gestiegen sind.“

Rücklagen, „aus denen bisherige Jahresfehlbeträge ausgeglichen werden konnten“, seien nicht mehr vorhanden. „Vor allem die Coronazeit, in der die Turmbesteigung und Schatzkammer des Domes lange geschlossen bleiben mussten und die üblichen Besucherzahlen am Dom ausblieben, habe man diese Rücklagen bemühen müssen, um Einnahmeausfälle zu kompensieren.“

Vor der Entscheidung zur Einführung einer Besichtigungsgebühr habe man „etwa die Eintrittspreise für die Turmbesteigung und die Schatzkammer des Kölner Domes erhöht“, und auch Konzerte seien inzwischen häufig kostenpflichtig.

„In den Morgen- und Abendstunden sei der Dom nur noch über das Nordportal zugänglich, um Aufsichtspersonal einzusparen“, berichtete das Metropolitankapitel unter Berufung auf Assmann. „In der Turmhalle und an den Zugängen zum Chorumgang habe man zusätzliche Opferstöcke aus Plexiglas aufgestellt, um Spenden zu erbitten.“

Unklar ist noch, wie hoch der Eintrittspreis für den Kölner Dom sein wird. Assmann sagte jedenfalls, man gehe davon aus, „dass sich die neue Gebühr nach einer gewissen Eingewöhnungszeit relativ bald etablieren wird“. Man gehe letztlich nur „einen Schritt, der an vielen anderen Kirchen und Kathedralen ähnlicher Prominenz längst üblich ist“.

Der Besuch von Gottesdiensten sowie das Aufsuchen des Doms als Gotteshaus – also zum Gebet oder zur Beichte – wird weiterhin möglich sein. Es ist davon auszugehen, dass zumeist nur ein Teil des Doms für die Gläubigen zugänglich ist, während die anderen Bereiche zahlenden Besuchern vorbehalten bleiben.

Bereits jetzt räumt Dompropst Assmann ein, dass die Besichtigungsgebühr dazu führen könnte, das weniger Menschen den Dom besuchen. Das könne jedoch auch positive Effekte haben, zeigte er sich überzeugt: „Uns erreichen immer wieder Beschwerden von Menschen, die die permanente Geräuschkulisse und den großen Andrang im Dom kritisieren.“ Man gehe davon aus, „dass die neue Besichtigungsgebühr den ‚Tagesbetrieb‘ im Dom deutlich beruhigt und dabei hilft, den Dom wieder stärker als Gotteshaus und sakralen Raum erfahrbar zu machen“.

Der Bau des Kölner Doms begann bereits 1248 im Mittelalter, wurde aber nach langer Bauunterbrechung erst im 19. Jahrhundert als neugotisches architektonisches Kunstwerk vollendet.

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