Gründungskloster der Trappisten steht vor dem Ende, Aufhebung bis 2028 wird erwogen

Gründungskloster der Trappisten steht vor dem Ende, Aufhebung bis 2028 wird erwogen

Die Gemeinschaft der Mönche der Abtei La Trappe in Frankreich – das Gründungskloster der Trappisten – erwägt ihren „Wegzug bis 2028“, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Sowohl durch wirtschaftliche als auch durch personelle Gründe sehen sich die Mönche gezwungen, die Aufhebung ihres Klosters zu erwägen.

Noch im Jahr 2024 initiierten die Mönche ein umfangreiches Projekt, um die Abtei zu retten. Für die notwendige Restaurierung eines historischen Gebäudes sollten zwölf Millionen Euro investiert werden. Die Finanzierung scheiterte jedoch, sodass die vorgesehenen Maßnahmen 2025 eingestellt wurden. Seither werden wöchentliche öffentliche Führungen angeboten, bei denen die Besucher das Innere des Klosters besichtigen können. Die Mönche möchten so ihre heutige Lebensweise vorstellen und erhoffen sich das Interesse junger Männer für das Klosterleben.

Mit der Schließung des Gründungskloster der Trappisten würde ein neuer Höhepunkt des Niedergangs des Ordens in Europa erreicht. Vor allem sind es große und berühmte französische Abteien, die aus Mangel an Nachwuchs ihre Klöster aufgeben, etwa die Abteien Notre-Dame Port-du-Salut (2024), Notre-Dame d’Oelenberg (2024) und 2026 Notre-Dame de Bellefontaine. Auch die beiden deutschsprachigen Trappistenklöster Mariawald und Engelszell mussten ihre Pforten schließen (2018 bzw. 2025), ebenso berühmte niederländische und belgische Häuser des Ordens (z. B. Tegelen, Achel, Zundert).

Neben dem Mangel an klösterlichem Nachwuchs werden immer auch wirtschaftliche Gründe für die Klosterschließungen angeführt. Zumeist hängt dies mit notwendigen Restaurierungsarbeiten der historischen bis zu 900 Jahre alten Gebäude zusammen. Angesichts dieser Tatsache drängt sich die Frage auf, was der Orden mit den der erzielten Geldern aus dem Verkauf der Klöster unternimmt. CNA Deutsch berichtete im Dezember 2025 vom Verkauf des ehemaligen Klosters Snowmass in den Vereinigten Staaten, bei dem der Orden 120 Millionen Dollar erwirtschaftete.

Frankreich ist das Stammland des Zisterzienserordens, aus dem im 17. Jahrhundert – als ein gewaltiger Niedergang den Orden des heiligen Bernhard von Clairvaux heimsuchte – der Trappistenorden als Zweig der Zisterzienser entstand.

Armand Jean Le Bouthillier de Rancé (1626–1700) gilt als Gründer. Er war Kommendatarabt mehrerer Klöster. Ein Kommendatarabt war oft ein Weltgeistlicher – manchmal auch ein Laie –, der nicht im Kloster lebte und nicht die Leitungsgewalt und die Amtspflichten eines Regularabtes innehatte. Die geistliche Leitung der Klostergemeinschaft oblag dem Prior des Klosters. Zu den Klöstern de Rancés gehörte auch La Trappe in der Normandie im heutigen Département de l’Orne.

Nach der Bekehrung des Priesters de Rancé, der als eine Art Lebemann von den Einkünften seiner Klöster lebte, wurde er Mönch und im Jahr 1664 residierender Abt von La Trappe. Als solcher erneuerte er bei seiner Gemeinschaft den ursprünglichen Geist der Mönchsregel des heiligen Benedikt. Dabei führte er eine noch darüber hinaus gehende Strenge ein. Aus dieser Klosterreform ging schließlich der Mönchsorden der Trappisten hervor, der 1678 von Papst Innozenz XI. anerkannt wurde. Später wurden Trappisten offiziell „Reformierten Zisterzienser“ (OCR) und heute „Zisterzienser von der strengeren Observanz“ (OCSO) genannt, doch der ursprüngliche Name hat sich bis heute gehalten.

Während der Trappistenorden in den Nachkriegsjahren seinen personellen Höhepunkt erreichte, machte mit dem Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils, als viele Mönche ihre Berufung aufgaben, ein gewaltiger Aderlass den Klöstern und dem Orden zu schaffen. Erst seit den 1980er Jahren ist eine gewisse Konsolidierung auf niedrigem Niveau eingetreten. Der Orden ist heute kaum noch vergleichbar mit dem früherer Generationen. Nachdem die heutigen Konstitutionen des Ordens in Kraft sind, stehen nicht mehr Gebet und Buße im Vordergrund, sondern Selbstfindung und Kontemplation.

Während in Europa und in den USA Klöster geschlossen werden, entstehen vor allem in Afrika und Asien neue Klöster. Dabei steigt weltweit zwar die Zahl der Klöster, doch die der Mönche und Nonnen sinkt. Ende 2024 gab es 104 Männerklöster mit 1450 Mönchen und 77 Frauenklöster mit 1400 Nonnen.

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