Studiengruppe der Weltsynode fordert mehr Führungspositionen für Frauen

Studiengruppe der Weltsynode fordert mehr Führungspositionen für Frauen

Eine der Studiengruppen der Weltsynode zur Synodalität hat die Möglichkeit zur Sprache gebracht, bestimmte Kompetenzen und Funktionen von Priestern, Diakonen und Bischöfen „neu zu formulieren“, um Frauen in der Kirche mehr Verantwortung zu übertragen, wies jedoch gleichzeitig darauf hin, dass die Frage des Diakonats für Frauen „noch nicht ausgereift“ sei.

„Es ist notwendig, insbesondere über die Neugestaltung der Zuständigkeitsbereiche des geweihten Amtes nachzudenken“, hieß es im Abschlussbericht der Gruppe, die sich mit der Beteiligung von Frauen am Leben und der Leitung der Kirche befasste und der am Dienstag vom Vatikan in italienischer und englischer Sprache veröffentlicht wurde.

Es handelt sich um eine von zehn Gruppen, die Papst Franziskus 2024 eingesetzt hatte und die nach der Vorlage des Berichts aufgelöst wird.

Die Arbeit und der Bericht dieser Gruppe wurden vom vatikanischen Dikasterium für die Glaubenslehre koordiniert. In dem Dokument zeigte sich die Studiengruppe offen für „die Möglichkeit neuer Ämter – einschließlich der Leitung von Gemeinschaften – für Laien und Ordensleute“.

Der 86-seitige Bericht, dessen Veröffentlichung von Papst Leo XIV. genehmigt wurde, stellte ein „Unbehagen“ gegenüber Formen von „Machismo“ und „Klerikalismus“ innerhalb der Kirche fest und schlug daher eine Neudefinition der Leitungsgewalt vor, die Frauen neue Führungspositionen eröffnet.

In diesem Sinne betonte der Text, „eine Neudefinition dieser Zuständigkeitsbereiche“ könnte „den Weg für die Anerkennung neuer Verantwortungsbereiche für Frauen in der Kirche ebnen“.

In Bezug auf das Diakonat der Frau hielt der Bericht fest, die Frage sei „noch nicht ausgereift“, und verwies auf die Arbeit früherer Kommissionen – von denen sich die zweite dagegen ausgesprochen hatte –, ohne ein endgültiges Urteil zu fällen.

Auch die jetzt veröffentlichten Vorschläge haben keinen endgültigen Charakter. Sie wurden dem Papst zur Prüfung vorgelegt.

Mehr als ein hierarchisches „Zugeständnis“

Der Text argumentierte, es sei notwendig, „die Vorstellung von der aktiven Teilnahme von Frauen am Leben und an der Leitung der Kirche als ein ‚Zugeständnis‘ der hierarchischen Autorität zu überwinden“.

Dem Dokument zufolge sollte die Beteiligung von Frauen nicht als bloße funktionale Vertretung verstanden werden, sondern als eine mit der Würde der Taufe verbundene Realität, da Frauen „als Getaufte und Trägerinnen von Charismen ein Recht in diesem Sinne haben“.

Das Dokument wies darauf hin, dass „es keinen Grund und kein Hindernis gibt, weshalb Frauen keine Führungsaufgaben in der Kirche übernehmen könnten“, und betonte, dass „die bloße Tatsache, eine Frau zu sein, an sich kein Hindernis dafür darstellt, dass Frauen Führungsaufgaben in der Kirche übernehmen“.

Aus ekklesiologischer Sicht betrachteten es die Mitglieder der Studiengruppe als notwendig, „die künstliche Trennung zwischen Geschlechtern und Rollen zu überwinden und die gemeinsame Würde aller Geschöpfe zu berücksichtigen, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind“.

In diesem Sinne betonte die Gruppe, dass „dem Sein Vorrang vor dem Tun“ eingeräumt werden müsse, und erinnert daran, dass die Teilnahme an der Mission der Kirche in erster Linie auf der Taufe und den Gaben des Heiligen Geistes beruht, die im Volk Gottes gegenwärtig sind.

Der Bericht erinnerte daran, dass die Unterscheidung dieser Charismen dem Bischof obliegt, der sie durch einen Auftrag, eine Delegation oder die Einrichtung eines bestimmten Dienstes anerkennen kann. Gleichzeitig wies der Bericht darauf hin, dass es sich bei diesem Prozess „nicht um eine einsame Entscheidung“ handelt, sondern dass auch die kirchliche Gemeinschaft einbezogen werden muss.

Rolle der Laien in der Ausübung des Bischofsamtes

Aus theologischer und kirchenrechtlicher Sicht stellte das Dokument klar, dass die gläubigen Laien nicht am Weihesakrament teilhaben, aber dennoch an der Ausübung des Bischofsamtes mitwirken können.

In diesem Zusammenhang betonten die Autoren, dass sowohl Papst Franziskus als auch Papst Leo XIV. diese Ausrichtung durch die Ernennung von Frauen in Führungspositionen in der römischen Kurie in die Praxis umgesetzt haben, was „ein Vorbild für die Reflexion“ darstellt.

„Die jüngsten Ernennungen von Frauen in Führungspositionen in einigen Dikasterien sind ein prophetisches Zeichen von sowohl symbolischer als auch praktischer Bedeutung. Sie stellen einen ersten Schritt zur Öffnung neuer Beteiligungsräume dar und erkennen an, dass die Fähigkeit zu führen und zu entscheiden nicht ausschließlich Männern vorbehalten ist“, betonte der Bericht.

Warnung vor Klerikalismus

Das Dokument warnte jedoch davor, dass nach wie vor Haltungen bestünden, die von „Klerikalismus“ geprägt seien. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass „Frauen, selbst in Führungspositionen, manchmal Schwierigkeiten haben, sich gleichberechtigt mit ihren männlichen Kollegen zu beteiligen und Gehör zu finden, insbesondere im Umgang mit geweihten Geistlichen“.

Gleichzeitig erinnerte es daran, dass die Autorität der Geistlichen in erster Linie aus ihrer Beziehung zur Eucharistie und ihrer Aufgabe, die Einheit der Gemeinschaft zu bewahren, hervorgehe, obwohl dies „nicht ausschließt, dass die Befugnis zur Leitung von Gemeinschaften zumindest in einigen Fällen auch Laien übertragen werden kann“.

Der Bericht fügte hinzu, dass das Primatsrecht des Papstes auch auf Getaufte übertragen werden könne, die nicht die Priesterweihe empfangen haben, wie es die Apostolische Konstitution Praedicate Evangelium vorsieht. Daher ist man der Ansicht, dass „es keine Hindernisse zu geben scheint, diesen Ansatz auch auf lokaler Ebene in den Diözesen auszuweiten“.

Beteiligung von Frauen „ein echtes Zeichen der Zeit“

Der Bericht stellte diesbezüglich Anzeichen für einen Wandel fest. Viele Frauen spürten eine zunehmende Anerkennung durch männliche Führungskräfte, die verstanden hätten, dass ihre Beteiligung „kein Zugeständnis und keine Anpassung an vorübergehende kulturelle Trends ist, sondern ein echtes Zeichen der Zeit“.

Dieses neue Bewusstsein könnte, so das Dokument weiter, zu einer „Voraussetzung für einen dauerhaften strukturellen Wandel“ werden.

Der Generalsekretär der Synode, Kardinal Mario Grech, erklärte in der Zusammenfassung des Berichts, „Mut, Begleitung und Geduld werden erforderlich sein, um schrittweise Veränderungen einzuführen“, um die kirchliche Gemeinschaft zu bewahren und Gemeinschaften aufzubauen, in denen die Gaben und Charismen von Männern und Frauen voll und ganz geschätzt werden.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.

Werden Sie Teil der EWTN-Familie. Abonnieren Sie unseren Newsletter!

*Ich möchte zukünftig den wöchentlichen Newsletter von EWTN.TV mit Impulsen, Programmtips und Informationen rund um Ihren katholischen Fernsehsender per E-Mail empfangen. Diese Einwilligung kann am Ende jedes Newsletters widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.