„Deshalb ist Gott in Jesus Mensch geworden“: Papst Leo erklärt

„Deshalb ist Gott in Jesus Mensch geworden“: Papst Leo erklärt

„Deshalb ist Gott in Jesus Mensch geworden“, hat Papst Leo XIV. beim Angelus am Sonntagmittag erklärt, damit nämlich „der vom Atem seiner Gnade durchwirkte Lehm unserer Menschlichkeit ein neues Licht empfangen konnte, das uns endlich befähigt, uns selbst, die anderen und Gott in der Wahrheit zu erkennen“.

„Es ist bemerkenswert, dass sich im Laufe der Jahrhunderte die auch heute noch bestehende Meinung verbreitet hat, der Glaube sei eine Art ‚Sprung ins Ungewisse‘, ein Verzicht auf das Denken, so als ob gläubig zu sein bedeute, ‚blind‘ zu glauben“, fuhr Leo fort und spielte damit auf das Sonntagsevangelium an.

Demgegenüber betonte er allerdings: „Brüder und Schwestern, auch wir, die wir durch die Liebe Christi geheilt worden sind, sind berufen, ein Christentum ‚der offenen Augen‘ zu leben.“

Der Glaube sei „kein blinder Akt, kein Verzicht auf die Vernunft, kein Rückzug in irgendeine religiöse Gewissheit, die bewirkt, dass wir die Welt aus dem Blick verlieren. Der Glaube hilft uns ganz im Gegenteil, ‚vom Gesichtspunkt Jesu aus [zu blicken], […] mit seinen Augen [zu sehen]: Er ist eine Teilhabe an seiner Sichtweise‘ und er fordert uns daher auf, ‚die Augen zu öffnen‘, wie er es tat, insbesondere für das Leid der anderen und für die Wunden der Welt.“

Schließlich mahnte Papst Leo, es brauche gerade in der heutigen Zeit „angesichts der vielen Fragen des menschlichen Herzens und der dramatischen Situationen von Ungerechtigkeit, Gewalt und Leid, die unsere Zeit prägen, eines wachen, aufmerksamen und prophetischen Glaubens, der die Augen für die dunklen Seiten der Welt öffnet und ihr durch den Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität das Licht des Evangeliums bringt“.

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