Aus Indien gebürtiger Karmelit Joshy Pottackal zum Weihbischof in Mainz geweiht

Aus Indien gebürtiger Karmelit Joshy Pottackal zum Weihbischof in Mainz geweiht

Der ursprünglich aus Indien stammende Karmelit Joshy Pottackal ist seit Sonntagnachmittag neuer Weihbischof im Bistum Mainz. Die Bischofsweihe spendete ihm der Diözesanbischof, Peter Kohlgraf, der auch die Predigt hielt.

„Wer heute Bischof wird, hat einen prophetischen Auftrag“, betonte Kohlgraf. „In unserer Zeit und Kultur muss er an den einen Gott erinnern, den viele Menschen vergessen haben und der für nicht wenige hier in Deutschland keine Rolle mehr zu spielen scheint. Dabei ist die angemessene Geste nicht der erhobene, drohende Zeigefinger.“

„Wer an Gott glaubt und sich im Vertrauen geführt weiß, darf vielmehr Zeugnis geben – von diesem Vertrauen und von Gott, ohne den sich der Glaubende sein Leben nicht vorstellen kann“, führte der Mainzer Bischof aus. „Mir persönlich würde das Fundament meines Lebens fehlen, wenn Gott fehlte.“

Ein prophetisch wirkender Bischof dürfe in der heutigen Zeit „werben für diesen großartigen, schönen und begeisternden Gott, der Menschen führt und ihnen Vertrauen und Hoffnung schenkt. Wie dem Propheten wird jedoch auch heute den Zeuginnen und Zeugen Gottes die Wüste und auch das Schweigen Gottes oder die Dunkelheit des Glaubens nicht erspart.“

In diesem Kontext verwies Kohlgraf auf die biblische Gestalt des Elija, bevor er auf die Muttergottes Maria einging. Sie stehe „für die einzigartige Berufung, Gott Mensch werden zu lassen. So berichten es die Evangelien. Sie hat ihren Sohn wohl nicht immer verstanden, aber sie bleibt ihm treu, bis unter das Kreuz. Gott wird Mensch. Er interessiert sich für uns; niemand ist ihm gleichgültig. Er erniedrigt sich und wird den Menschen gleich.“

Somit gelte: „Wer heute als Priester oder Bischof – oder in anderen seelsorglichen Berufen als Frau oder Mann – wirkt, ist in diese Haltung der Nähe zu den Menschen gerufen. Maria hat zu dieser Berufung Ja gesagt. So ist sie uns zum Vorbild geworden: Ja zu sagen zur je eigenen Sendung, Gott in dieser Welt erfahrbar und berührbar zu machen.“

„Eine Bischofsweihe ist ein großes Glaubensfest für unsere Diözese“, schloss Kohlgraf. „Durch Handauflegung und Gebet lassen Sie sich in den bischöflichen Dienst nehmen. Wie Elija und Maria verkünden sie nicht sich selbst, sondern den einen Gott, der auch heute unter uns Mensch werden will. Die Menschen werden spüren, dass Sie nicht eine abstrakte Botschaft verkünden, sondern den, an den Sie persönlich glauben, von dem Sie sich ergreifen und begeistern lassen.“

Pottackal selbst sagte nach der Bischofsweihe, er freue sich „auf die Begegnungen und die Zeit, die vor uns liegt“. Er stehe „hier, so wie ich halt bin, mit meinen Grenzen, Schwächen und Stärken. Wir Menschen sind nicht perfekt. Doch Gott sucht immer wieder Menschen, die für menschliche Augen nicht perfekt erscheinen. Der Geist ist es, der sie befähigt.“

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