Christlicher Vater in Pakistan nach Blasphemievorwurf vor Todesstrafe

Christlicher Vater in Pakistan nach Blasphemievorwurf vor Todesstrafe

Dem 34-jährigen christlichen Vater Ishtiaq Saleem aus Pakistan droht die Todesstrafe, nachdem ihm Blasphemie vorgeworfen wurde. Er befindet sich seit November 2022 in Haft. Die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International unterstützt seine Verteidigung durch lokale Anwälte in Pakistan.

„Ishtiaq hat nichts Unrechtes getan und lebte einfach sein Leben als Christ in Pakistan, als er verhaftet wurde. Er verbrachte nun drei Jahre hinter Gittern, getrennt von seiner Familie. Niemand sollte aufgrund erfundener Blasphemieanklagen mit dem Tod oder jahrelanger Haft bedroht werden. Fälle wie dieser zeigen den enormen Druck, dem Christen und religiöse Minderheiten in Pakistan ausgesetzt sind“, sagte Tehmina Arora, die Leiterin für Advocacy Asia bei ADF International.

Saleem war 31 Jahre alt, als man ihn im November 2022 verhaftete. Ihm wurde vorgeworfen, angeblich blasphemisches Material in sozialen Medien heruntergeladen zu haben.

Seine Haftentlassungsanträge wurden wiederholt abgelehnt, sowohl von untergeordneten Gerichten als auch vom Obersten Gerichtshof des Landes. Nach Angaben des pakistanischen Center for Social Justice wurden allein 2024 in Pakistan 344 neue Blasphemiefälle registriert.

Mittlerweile wurden die Anhörungen in Saleems Fall abgeschlossen. Noch laufen die Verfahrensschritte gegen seinen Mitangeklagten Muhammad Umair. Ein Urteil ergeht voraussichtlich, sobald auch diese Verhandlungen beendet sind. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof das zuständige Sondergericht in Islamabad angewiesen, das Verfahren zu beschleunigen.

Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Fall wegen der Beteiligung der sogenannten „Blasphemy Business Group“. Dabei handelt es sich um ein organisiertes Netzwerk, das gezielt falsche Blasphemieanklagen fabriziert, um Betroffene zu erpressen und zu schikanieren.

Laut einem Bericht der pakistanischen Nationalen Menschenrechtskommission wurden auf diese Weise mehr als 450 Menschen in Fallen gelockt. Schwer wiegt dabei, dass der leitende Staatsanwalt in Saleems Fall, Rao Abdur Rahim, als Anführer dieser Gruppe gilt.

„Organisierte Gruppen, die Blasphemieanklagen missbrauchen, um Unschuldige ins Visier zu nehmen, untergraben den Rechtsstaat und gefährden Christen sowie andere vulnerable Gemeinschaften ernsthaft“, erklärte Arora. „Die internationale Gemeinschaft muss auf Fälle wie diesen aufmerksam werden und Gerechtigkeit sowie Rechenschaftspflicht einfordern.“

ADF International und die Anwälte der Organisation zeigten sich zuversichtlich, dass der Prozess erhebliche Schwächen der Anklage aufgedeckt habe. Man hoffe auf einen Freispruch, damit Saleem zu seiner jungen Familie zurückkehren könne.

„Die Blasphemiegesetze schaffen eine Kultur der Gewalt und Diskriminierung und müssen abgeschafft werden. Ishtiaq muss freigelassen werden, und Pakistan muss sich hin zu einer Kultur bewegen, die Religionsfreiheit für alle achtet und schützt“, forderte Arora.

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