Südtiroler Pro-Life Startup bringt App gegen Beziehungskrise auf den Markt
Das Südtiroler Startup „Embrace Life Technologies“ veröffentlichte mit AmaMi eine App, die Frauen in Partnerschaften stärken soll. Maßgeblich beteiligt an der Entwicklung war Katharina von Degenfeld, eine Theologin und Mitarbeiterin der Beratungsorganisation 1000plus.
„AmaMi ist Italienisch für ‚Liebe mich‘, also die Sehnsucht eines jeden Menschen, geliebt zu werden. Der Name ist Programm: Wir möchten Menschen helfen, ihre Beziehung zu stärken und wieder mehr Liebe in ihrem Leben zu erfahren“, sagte von Degenfeld dem Online-Magazin Corrigenda.
Hintergrund ist eine wachsende Beziehungskrise in Deutschland. Laut einer Parship-Studie von 2024 führen 44 Prozent der 18- bis 29-Jährigen keine Beziehung. Zudem gaben 31 Prozent der Alleinstehenden dieser Altersgruppe an, noch nie eine Partnerschaft gehabt zu haben.
Kern-Ansatz der App ist das, was von Degenfeld als „Love him first“ bezeichnete: „Es ist der Ansporn, nicht passiv darauf zu warten und zu hoffen, dass der andere errät und das macht, was man sich wünscht, sondern selbst immer wieder einen ersten Schritt zu tun.“
Zur Erläuterung sagte von Degenfeld: „Wenn ich mich nach mehr Liebe in der Beziehung sehne, dann ist dieser Wunsch ein Auftrag an mich, dem selbst nachzukommen und diese Liebe in die Welt zu bringen.“
Konkret bietet AmaMi regelmäßige Check-ups, Persönlichkeits- und Stärkentests sowie sofortiges Feedback. Von Degenfeld beschrieb das Themenspektrum: „Die Themen sind sehr breit gefächert – von Kommunikation, Liebessprachen, Dankbarkeit, Attraktivität bis hin zu Intimität [und] Leidenschaft.“ Verfügbar ist die App seit Ende 2025 kostenlos auf Deutsch für iOS (Apple-Geräte) und Android.
Von Degenfeld verwies auf Erfahrungen aus jahrelanger Beratungsarbeit. Seit 2017 arbeitet sie bei 1000plus und leitet dort den Bereich Campaigning & Fundraising. „Aus der Beratung von hunderttausenden Frauen in Krisensituationen und mit Beziehungsproblemen wissen wir: Wenn Frauen einen Ort haben, an dem sie ihre Probleme, Sorgen und Ängste aussprechen können und darin gesehen und gehört werden, ist das schon der halbe Weg zur Lösung“, sagte sie.
Mitte März soll AmaMi S erscheinen, eine Version für Singles. Laut von Degenfeld handelt es sich dabei ausdrücklich nicht um eine Dating-App. „AmaMi S ist erst mal keine Dating-App. Denn de facto gibt es gerade seit dem Aufkommen von Dating-Apps so viele Alleinstehende wie schon seit langem nicht mehr“, erklärte sie. Der Grundgedanke laute: „Die Frau, und zwar jede, ist – unabhängig von ihrem Beziehungsstatus – gewollt, einzigartig und wertvoll.“
Ergänzt werden soll die Produktfamilie durch eine App für Männer, „deren Grundsatz ‚Love her first‘ lautet“, kündigte von Degenfeld an. Analog zum Frauen-Ansatz gelte auch für Männer: „In einer Beziehung sind beide zu 100 Prozent verantwortlich für die ersten Schritte: die Frau zu 100 Prozent und der Mann zu 100 Prozent.“
