Kirche kann laut Kardinal Hollerich ohne Frauen im Weiheamt nicht bestehen

Kirche kann laut Kardinal Hollerich ohne Frauen im Weiheamt nicht bestehen

Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ hat sich am vergangenen Donnerstag an der Universität Bonn klar für eine Öffnung des Weiheamts für Frauen ausgesprochen. Er äußerte sich beim Symposium „Synodalität und Praedicate Evangelium“ als ehemaliger Generalrelator der Weltsynode 2023/2024.

„Ich kann mir auf Dauer nicht vorstellen, wie eine Kirche bestehen kann, wenn die Hälfte des Volkes Gottes leidet, weil sie keinen Zugang zum geweihten Dienst hat“, sagte Hollerich laut der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bei der Bonner Tagung.

Früher sei er in dieser Frage konservativer gewesen, habe seine Meinung aber geändert, betonte der Luxemburger Erzbischof. „Ich habe auch als Bischof gelernt, dass das nicht nur ein Desiderat von einigen linksstehenden Frauenverbänden ist“, erklärte er.

Auf die Breite des Rückhalts in seinen Pfarreien verwies Hollerich mit den Worten: „Wenn ich mit den Frauen in den Pfarreien rede, haben 90 Prozent bei uns dieselbe Meinung.“ Auch darauf müssten Bischöfe hören.

Als wichtigen Schritt würdigte Hollerich die Kurienreform von Papst Franziskus. Mit seiner Apostolischen Konstitution Praedicate Evangelium ermöglichte Franziskus (2013–2025), dass Frauen Leitungsämter im Vatikan übernehmen. Unter Papst Leo XIV. werde diese Entwicklung fortgesetzt, so Hollerich. „Es wäre mein tiefster Wunsch, dass sich die ganze Kirche darüber freut.“

Lehramtlich hält die katholische Kirche daran fest, dass nur Männer zur Priesterweihe zugelassen werden können. Diese Lehre gilt als endgültig verbindlich. Papst Johannes Paul II. erklärte in seinem Apostolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis vom 22. Mai 1994: „Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“ Da die Kirche das Weiheamt als ein einziges mit drei Stufen betrachtet, gilt diese Festlegung analog auch für Diakonat und Episkopat.

Veranstaltet wurde das Symposium am Donnerstag vom Bonner Lehrstuhl für Moraltheologie unter Jochen Sautermeister. Als Referenten nahmen außerdem die Kardinäle Óscar Rodríguez Maradiaga und Oswald Gracias sowie die Bischöfe Franz-Josef Overbeck aus Essen und Klaus Krämer aus Rottenburg-Stuttgart teil.

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