Papst Leo ermutigt in Monaco zu großherzigem „Dienst der Evangelisierung“

Papst Leo ermutigt in Monaco zu großherzigem „Dienst der Evangelisierung“

Papst Leo XIV. hat sich am Samstagvormittag in der Kathedrale Notre-Dame-Immaculée mit der katholischen Gemeinschaft von Monaco getroffen. Dabei ermutigte er „zu einem leidenschaftlichen und großherzigen Dienst der Evangelisierung“.

„Christus ist der lebendige Mittelpunkt, er ist das Herz unseres Glaubens“, sagte Leo, „und von dieser Mitte her möchte ich mich an euch wenden und Seine Hoheit Fürst Albert, Seine Exzellenz Erzbischof Dominique-Marie David sowie die anwesenden Priester und Ordensleute herzlich begrüßen und euch allen meine Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass ich hier sein und an eurem Weg, den ihr als Kirche geht, teilhaben darf“.

„Jesus Christus, der Gerechte, der beim Vater für die Menschheit eintritt, versöhnt uns mit ihm und untereinander“, fuhr der Pontifex fort. „Er kommt nicht, um eine Verurteilung auszusprechen, sondern um allen seine Barmherzigkeit zu erweisen, die reinigt, heilt, verwandelt und uns zu einem Teil der einen Familie Gottes macht. Sein Mitgefühl und seine Barmherzigkeit machen ihn zum ‚Anwalt‘, der den Armen und Sündern beisteht, freilich nicht um das Böse zu rechtfertigen, sondern um sie aus Unterdrückung und Knechtschaft zu befreien und sie zu Kindern Gottes und untereinander zu Brüdern und Schwestern werden zu lassen.“

„In diesem Sinne möchte ich sagen, dass eure Kirche hier im Fürstentum Monaco einen großen Reichtum besitzt“, sagte Leo. Sie sei nämlich „ein Ort, eine Wirklichkeit, wo alle Aufnahme und Gastfreundschaft finden, in jener sozialen und kulturellen Mischung, die ein typisches Merkmal von euch ist.“

Neben dem Aspekt der Gemeinschaft hob der Papst auch „die Verkündigung des Evangeliums zur Verteidigung des Menschen“ hervor. Die Kirche sei berufen, „den Menschen zu verteidigen“, und zwar „den ganzen Menschen und alle Menschen“.

Leo wurde nicht deutlicher, aber in dieser Aussage ist wohl eine Anspielung auf das Veto von Fürst Albert II. zu einem Abtreibungsgesetz zu sehen. Abtreibungen sind in Monaco in Fällen von Vergewaltigung, bei akuter Lebensgefahr für die Mutter oder bei einen schweren Fehlbildung des Kindes erlaubt. Das neue Gesetz hätte allen Müttern erlaubt, bis zur zwölften Schwangerschaftswoche eine vorgeburtliche Kindstötung vorzunehmen.

Dies also sei „der erste Dienst, den die Verkündigung des Evangeliums zu leisten hat: den Menschen und die Gesellschaft zu erleuchten, damit sie im Lichte Christi und seines Wortes ihre eigene Identität, den Sinn des menschlichen Lebens, den Wert zwischenmenschlicher Beziehungen und gesellschaftlicher Solidarität, das letzte Ziel des Daseins und die Bestimmung der Geschichte entdecken“, erklärte Papst Leo.

So forderte er: „Verkündet das Evangelium des Lebens, der Hoffnung und der Liebe; bringt allen das Licht des Evangeliums, damit das Leben jedes Mannes und jeder Frau von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende verteidigt und gefördert wird; bietet neue Orientierungshilfen, die den Tendenzen des Säkularismus Einhalt gebieten können, welche drohen, den Menschen auf den Individualismus zu reduzieren und das gesellschaftliche Leben auf die Schaffung von Wohlstand zu gründen.“

Gleich mahnte Leo, es sei „wichtig, dass die Verkündigung des Evangeliums und die Ausdrucksformen des Glaubens, die so tief in eurer Identität und Gesellschaft verwurzelt sind, der Gefahr widerstehen, zu einer bloßen, wenn auch guten, Gewohnheit zu werden. Ein lebendiger Glaube ist immer prophetisch, fähig, Fragen zu wecken und zu provozieren: Verteidigen wir wirklich den Menschen? Bewahren wir die Würde des Menschen durch den Schutz des Lebens in all seinen Phasen? Ist das derzeitige Wirtschafts- und Sozialmodell wirklich gerecht und von Solidarität geprägt? Wohnt ihm eine Ethik der Verantwortung inne, die uns hilft, über ‚die Logik des Äquivalenzprinzips und des Gewinns als Selbstzweck‘ hinauszugehen, um eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen?“

„Liebe Brüder und Schwestern, wenn wir unseren Blick fest auf Jesus Christus richten, unseren Beistand beim Vater, so erwächst daraus ein Glaube, der in der persönlichen Beziehung zu ihm wurzelt – ein Glaube, der zum Zeugnis wird, der fähig ist, das Leben zu verwandeln und die Gesellschaft zu erneuern“, schloss Papst Leo seine Ansprache. „Dieser Glaube muss mit neuen Mitteln und Sprachen, auch digitalen, verkündet werden, und alle müssen beständig und kreativ in ihn eingeführt und in ihm gebildet werden.“

Werden Sie Teil der EWTN-Familie. Abonnieren Sie unseren Newsletter!

*Ich möchte zukünftig den wöchentlichen Newsletter von EWTN.TV mit Impulsen, Programmtips und Informationen rund um Ihren katholischen Fernsehsender per E-Mail empfangen. Diese Einwilligung kann am Ende jedes Newsletters widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.