Papst Leo predigt in Monaco: Jesus ruft „vom Götzendienst zum wahren Glauben“
Zum Abschluss seines Kurzbesuchs im Fürstentum Monaco hat Papst Leo XIV. im Stade Louis II, das sonst von der Fußballmannschaft AS Monaco benutzt wird, eine Messe gefeiert. In seiner Predigt hielt er fest: „Der Herr verändert die Weltgeschichte, indem er uns vom Götzendienst zum wahren Glauben, vom Tod zum Leben ruft.“
Mit Blick auf das Tagesevangelium vom Todesbeschluss gegen Jesus sagte er, man sei Zeuge „zweier gegenläufiger Bewegungen: einerseits der Offenbarung Gottes, der sein Antlitz als allmächtiger Herr und Heiland zeigt, und andererseits des verborgenen Wirkens mächtiger Autoritäten, die bereit sind, ohne Skrupel zu töten. Ist das nicht genau das, was heute geschieht?“
Wo sich diese beiden Bewegungen überkreuzen, stehe „das Zeichen Jesu, das darin besteht, das Leben hinzugeben. Es ist ein Zeichen, das sich im auferstandenen Lazarus ankündigt, der unmittelbarsten Prophezeiung dessen, was Christus in seinem Leiden, Sterben und Auferstehen widerfahren wird. An jenem Paschafest wird der Sohn das Werk des Vaters mit der Kraft des Heiligen Geistes vollenden: So wie Gott am Anfang der Zeiten das Sein aus dem Nichts ins Leben gerufen hat, so erlöst er in der Fülle der Zeiten alles Leben vom Tod, der die Schöpfung zerstört.“
Der Pontifex verwies darauf, dass sich in der Geschichte Jesu „unser aller Schicksal“ widerspiegle, „angefangen bei den Kleinsten und Bedrückten: Auch heute noch werden weltweit so viele Pläne geschmiedet, um Unschuldige zu töten. Wie viele falsche Gründe werden vorgebracht, um sie aus dem Weg zu räumen!“
„Doch der Hartnäckigkeit des Bösen steht die ewige Gerechtigkeit Gottes gegenüber, die uns stets aus unseren Gräbern erlöst, wie bei Lazarus, und uns neues Leben schenkt“, stellte Papst Leo klar. „Der Herr befreit vom Leid, indem er Hoffnung schenkt; er wandelt die Hartherzigkeit, indem er Macht in Dienst verwandelt, gerade während er den wahren Namen seiner Allmacht offenbart: Barmherzigkeit. Es ist die Barmherzigkeit, die die Welt erlöst: Sie nimmt sich eines jeden menschlichen Lebens an, von seinem Erblühen im Mutterleib bis zu seinem Verwelken und in all seiner Zerbrechlichkeit. Wie uns Papst Franziskus gelehrt hat, widersetzt sich die Kultur der Barmherzigkeit der Mentalität des Wegwerfens.“
Leo ging auch auf die Lesung aus dem Buch Ezechiel ein. Vor diesem Hintergrund sagte er: „Götzendiener sind also Menschen mit einem engen Blickwinkel: Sie schauen auf das, was ihre Augen fesselt und sie damit verblendet. Und so werden gerade die großen und guten Dinge dieser Erde zu Götzen und verwandeln sich in Formen der Knechtschaft – nicht für den, dem sie fehlen, sondern für den, der sich mit ihnen vollstopft und seinen Nächsten in Elend und Traurigkeit zurücklässt.“
Umgekehrt sei die Befreiung von Götzen „das Freiwerden von einer Macht, die zu etwas Beherrschendem geworden ist, vom Reichtum, der zur Gier verkommen ist, von der Schönheit, die zur Eitelkeit verzerrt wurde“.
„Der Herr verändert die Weltgeschichte, indem er uns vom Götzendienst zum wahren Glauben, vom Tod zum Leben ruft“, unterstrich Papst Leo nachdrücklich. „Die Reinigung vom Götzendienst, der die Menschen zu Sklaven anderer Menschen macht, vollendet sich als Heiligung, als Gnadengabe, die die Menschen zu Kindern Gottes und zu Brüdern und Schwestern untereinander macht.“
„Dieses Geschenk erhellt unsere Gegenwart, denn die Kriege, die sie mit Blut beflecken, sind Frucht des Götzendienstes der Macht und des Geldes“, so Leo. „Jedes zerbrochene Leben ist eine Wunde am Leib Christi. Gewöhnen wir uns nicht an den Lärm der Waffen, an die Bilder des Krieges! Frieden ist nicht bloß ein Kräftegleichgewicht, sondern das Werk gereinigter Herzen, von Menschen, die im anderen einen Bruder und eine Schwester sehen, die es zu behüten gilt, nicht einen Feind, der vernichtet werden muss.“
Die Kirche in Monaco, jenem kleinen Fürstentum am Mittelmeer, sei berufen, „Zeugnis abzulegen, indem sie in Frieden und in Gottes Segen lebt: Darum, meine Lieben, macht viele Menschen mit eurem Glauben glücklich, indem ihr die echte Freude zeigt, die man nicht durch eine Wette gewinnt, sondern in Liebe mit anderen teilt. Quelle dieser Freude ist die Liebe Gottes: die Liebe für das ungeborene und hilfsbedürftige Leben, das es stets anzunehmen und zu umsorgen gilt; die Liebe zum jungen und zum alten Leben, das in den Prüfungen jedes Alters gefördert werden muss; die Liebe zum gesunden und zum kranken Leben, das manchmal einsam ist und immer fürsorglichen Beistands bedarf.“
