Bischof Bonny kündigt an: „Der erste Schritt ist die Priesterweihe verheirateter Männer“

Bischof Bonny kündigt an: „Der erste Schritt ist die Priesterweihe verheirateter Männer“

Der belgische Bischof Johan Bonny hat sein Bestreben, bis zum Jahr 2028 verheiratete Männer zu Priestern zu weihen, bekräftigt. „Der erste Schritt ist die Priesterweihe verheirateter Männer“, sagte er, während die Frauenordination „eine spätere Frage“ bzw. „eine Frage für die Zukunft“ darstelle.

Gegenüber katholisch.de erläuterte der Bischof von Antwerpen: „Wenn ich sage, dass wir heute verheiratete Priester brauchen, dann ist das keine theoretische oder theologische Frage mehr, sondern eine praktische.“ Den Gläubigen sei es egal, ob ihr Priester „zölibatär lebt oder verheiratet ist“.

Die Frage, ob verheirate Männer zu Priestern geweiht werden können, ist nicht dogmatischer Natur, sondern eine Frage der kirchlichen Disziplin. In den katholischen – und orthodoxen – Ostkirchen gibt es viele verheiratete Priester, und im Westen gibt es Ausnahmefälle, in denen etwa vormalige anglikanische Geistliche trotz Ehe zu Priestern geweiht werden, nachdem sie zum katholischen Glauben konvertiert sind.

Jüngst hatte der Münchner Priester und Pastoraltheologe Andreas Wollbold eine 1000-seitige Quellensammlung zum Zölibat vorgelegt, die nachweist, dass die priesterliche Ehelosigkeit schon in der frühen Kirche üblich war. Demnach wäre die Weihe verheirateter Männer zu Priestern eine Abweichung von der Regel – anders als dies in der Öffentlichkeit regelmäßig dargestellt wird.

Bonny hatte im März in einem Hirtenbrief angekündigt, er wolle „alles in meiner Kraft Stehende tun, um bis 2028 einige verheiratete Männer für unser Bistum zu Priestern zu weihen“.

Im Gespräch mit katholisch.de führte der Bischof nun aus: „Wir warten schon seit 30 oder 40 Jahren auf mehr Priester. Die Dringlichkeit ist da, der Konsens ist da und auch einige Kandidaten sind da.“

Für seine Position sieht Bonny Rückendeckung, denn er kenne „viele Bischöfe und fast alle – meist aus Westeuropa – sagen mir, dass sie auch verheiratete Männer weihen wollen. Ich habe noch keinen katholischen Bischof gehört, der mir gesagt hat: Auch wenn der Papst mir die Möglichkeit gibt, werde ich keine verheirateten Männer weihen. Das wissen sie auch in Rom. Das ganze Dossier mit Pro und Contra gibt es dort schon seit Jahrzehnten.“

„Ich habe elf Jahre lang im Vatikan gearbeitet und kenne die verschiedenen Schulen und Interessen dort“, so Bonny. „In Rom wissen sie, wie es uns hier geht und ich kenne Bischöfe und Kardinäle, die so eine Lösung zumindest für Westeuropa befürworten.“

Gefragt, was er 2028 tun werde, falls der Vatikan die Weihe verheirateter Männer zu Priestern im Bistum Antwerpen ausdrücklich verbietet, sagte Bonny: „Das ist eine Frage, die ich jetzt nicht beantworten kann. Das werden wir 2028 sehen.“

„Wir sind eine Kirche, es gibt einen Papst und er ist derjenige, der letztendlich Ja oder Nein sagt“, fügte er hinzu. „Ich gehe nicht gegen die Ekklesiologie der Kirche, das ist klar. Wir sollen eins sein im Wesentlichen, beim Rest kann aber Verschiedenheit bestehen. […] Wenn wir ein Kirchenrecht mit zwei Möglichkeiten hätten, wäre die Sache schon gelöst.“

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