DBK-Chef Wilmer: „Ostern beginnt nicht mit Beweisen. Ostern beginnt mit Treue.“
Bischof Heiner Wilmer SCJ hat am Ostersonntag betont: „Ostern beginnt nicht mit Beweisen. Ostern beginnt mit Treue. Mit dem Bleiben. Mit der Liebe, die auch im Dunkel nicht aufhört.“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) predigte in Hildesheim, wo er derzeit noch Bischof ist. Erst kurz vor Ostern ernannte ihn Papst Leo XIV. zum neuen Bischof von Münster. Die Amtseinführung dort ist für den 21. Juni 2026 vorgesehen.
„Ostern beginnt früh am Morgen“, sagte Wilmer. „Nicht mit Licht. Nicht mit Gewissheit. Sondern mit einem Weg im Dunkeln.“ Maria Magdalena sei zum Grab gegangen, „weil sie liebt“ und „den Verlust nicht aushält“.
„Vielleicht sind heute viele Menschen so unterwegs“, stellte der Bischof in den Raum. „Sie stehen auf, obwohl alles schwer ist. Sie tragen Sorge um liebe Menschen. Sie leben mit einer Diagnose, mit einer Angst, mit einer Müdigkeit, die keiner sieht. Sie fragen sich: Wie lange noch? Wo ist Gott?“
Das Evangelium sei „ehrlich“, betonte der DBK-Vorsitzende. „Es sagt nicht: Maria glaubt sofort. Es sagt nicht: Maria versteht. Es sagt nur: Maria bleibt. Sie bleibt an dem Ort, an dem ihr Herz zerbrochen ist. Und genau dort beginnt Ostern. Nicht dort, wo alles erklärt ist. Nicht dort, wo alles hell ist. Sondern dort, wo Menschen aushalten, was sie nicht begreifen.“
Die Auferstehung, so Wilmer, „ist keine harmlose Idee“, aber eine „skandalöse“, denn Ostern „ist eine Rebellion gegen den Tod. Christus war ein gesellschaftlicher Rebell. Aber vor allem hat er dem Tod eine Absage erteilt. Mit seinem Leben.“
„Dieses Leben ist nicht alles“, bekräftigte er. „Unsere Geschichte endet nicht im Grab. Nicht im Krankenhauszimmer. Nicht in der Einsamkeit. Nicht in der Müdigkeit des Herzens.“ Gott lasse die Menschen „auch im Tod nicht im Stich“.
Den Gläubigen im Hildesheimer Dom sagte der Bischof abschließend mit Nachdruck: „Christus ist auferstanden – und deshalb fällt kein Leben aus Gottes Hand.“