Theologe Johannes Hartl erklärt, was Tod und Auferstehung Jesu Christi bedeuten
Der bekannte Theologe Johannes Hartl hat erklärt, was Tod und Auferstehung Jesu Christi konkret bedeuten. Im Gespräch mit dem Kölner Domradio sagte der Gründer des Augsburger Gebetshauses und Organisator der MEHR-Konferenz am Wochenende: „Ich glaube, dass das, was auf uns wartet, wirklich etwas ganz Wunderbares ist.“
Dinge wie „menschliche Liebe, die Schönheit der Natur, die Kunst, alles Glück, was wir hier auf der Erde haben“, seien „wirklich nur eine verminderte Version von dem Echten“, zeigte sich Hartl überzeugt. „Das ist die Perspektive.“
„Es ist nicht so sehr die Frage, ob ich meine Oma wiedersehe“, stellte er ferner klar. „Das glaube ich schon, aber es klingt, als ob ich darauf hoffe, aus dieser Welt etwas in die nächste Welt mitnehmen zu können. Ich glaube, es ist anders: Das Beste wartet noch auf uns. Die eigentliche große Realität, auf die wir zugehen, ist viel eindrucksvoller und bedeutsamer als der kleine Ausschnitt, den wir hier jetzt gerade erleben. So stelle ich es mir vor.“
Die christliche Botschaft sei, „dass wir nicht durch unser eigenes Gutsein errettet werden, sondern durch die Gnade, weil Jesus unsere Sünden getragen hat. Das ist auch die Osterbotschaft.“
„Aber ein bisschen erschrecken sollten wir schon bei dem Gedanken, dass im Gericht oder im Tod alles ans Licht kommt“, hielt er fest. „Wer diesen Gedanken ignoriert, der macht es sich zu leicht: Wir sind verantwortlich für unser Leben und jeder Mensch ist fehlbar. Wenn die Hoffnung einzig darauf basiert, dass Gott mich in den Himmel lässt, weil ich ein guter Mensch war, dann haben wir allen Grund, Angst zu haben. Aber mich tröstet der Blick auf den gekreuzigten und auferstandenen Jesus.“
Seine Hoffnung ruhe also „nicht auf meinen eigenen guten Werken, sondern auf Jesus“, sagte Hartl. Vor diesem Hintergrund könne man „das Gericht Gottes immer noch ernst nehmen, aber man muss keine Angst davor haben“.
Im geistlichen Leben müsse es darum gehen, „Jesus nachzufolgen und ein guter Mensch zu sein. Und dass [ich], wenn ich daran fehlgehe, zu ihm umkehre. Dafür gibt es die Beichte, die simple Bitte um Umkehr. Ich persönlich merke, dass das mein Leben nach und nach verändert. Man wird feinfühliger, auch wenn man andere Menschen verletzt. Das ist das, was die christliche Theologie ‚Heiligung‘ oder ‚Nachfolge Christi‘ nennt: dass man versucht, ihn durch seine eigenen Taten auch zu imitieren, ihm nachzugehen.“
