Psychiatrische Erkrankungen steigen laut Studie nach „geschlechtsverändernden Eingriffen“

Psychiatrische Erkrankungen steigen laut Studie nach „geschlechtsverändernden Eingriffen“

Eine neue finnische Studie hat ergeben, dass der psychiatrische Behandlungsbedarf bei Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie nach sogenannten „geschlechtsverändernden Eingriffen“ nicht abnimmt, sondern vielmehr deutlich zunimmt. Forscher der Universität Tampere veröffentlichten die Untersuchung am vergangenen Samstag im Fachjournal Acta Paediatrica.

Als Geschlechtsdysphorie wird das Leiden bezeichnet, das entsteht, wenn die gefühlte „Geschlechtsidentität“ nicht mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt.

Bereits vor der Überweisung an Spezialkliniken hatten 45,7 Prozent der betroffenen Jugendlichen psychiatrische Behandlungen benötigt. In der Kontrollgruppe aus der Allgemeinbevölkerung waren es lediglich 15 Prozent. Mindestens zwei Jahre nach der Überweisung stieg der Anteil in der Untersuchungsgruppe sogar auf 61,7 Prozent. Unter den Kontrollpersonen blieb er bei 14,6 Prozent.

Für die Studie werteten die Forscher um Sami-Matti Ruuska nationale Gesundheitsregister aus. Eingeschlossen waren alle Personen und 23 Jahren, die in Finnland zwischen 1996 und 2019 an Spezialkliniken für Geschlechtsdysphorie überwiesen worden waren. Insgesamt handelte es sich um 2.083 Personen.

Verglichen wurden sie mit 16.643 gematchten Kontrollpersonen aus der Allgemeinbevölkerung. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 5,5 Jahre, der längste Fall umfasste 25 Jahre.

Besonders stark war der Anstieg bei Jugendlichen, die tatsächlich „geschlechtsverändernde Eingriffe“ erhielten. Bei männlichen Jugendlichen mit feminisierender Behandlung stieg die psychiatrische Morbidität, also die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, von 9,8 auf 60,7 Prozent. Bei weiblichen mit maskulinisierender Behandlung erhöhte sie sich von 21,6 auf 54,5 Prozent.

Auch nach statistischer Bereinigung für psychiatrische Vorerkrankungen blieb das Risiko für spätere psychiatrische Behandlung erhöht. Gegenüber männlichen Kontrollpersonen war es rund fünfmal höher, gegenüber weiblichen rund dreimal.

Unter den nach 2010 überwiesenen Jugendlichen hatten bereits 47,9 Prozent vor der Überweisung psychiatrische Behandlungen benötigt. In der Kohorte aus den Jahren 1996 bis 2010 waren es lediglich 23,7 Prozent.

Laut den Autoren deutet dies darauf hin, dass zunehmend Jugendliche mit schweren psychiatrischen Vorbelastungen die Kliniken aufsuchten. Für einen Teil von ihnen könnte die Geschlechtsdysphorie sekundär zu anderen psychischen Problemen entstehen, so die Forscher.

Klinisch leiteten die Autoren ab, eine gründliche psychiatrische Abklärung sei vor und nach geschlechtsverändernden Eingriffen zwingend erforderlich. Psychische Erkrankungen müssten unabhängig vom Wunsch nach einer sogenannten „Geschlechtsangleichung“ angemessen behandelt werden. Irreversible Eingriffe bei Jugendlichen sollten erst nach umfassender psychiatrischer Diagnostik erfolgen.

Mit dem Dokument Dignitas infinita vom April 2024 widmete sich das Dikasterium für die Glaubenslehre in einem eigenen Abschnitt der „Gender-Theorie“. Papst Franziskus hatte das Dokument approbiert. Darin wurde die Gender-Theorie als Gefährdung der Menschenwürde verurteilt.

Unter Berufung auf Franziskus hieß es: „Die Gender-Theorie […], die sehr gefährlich ist, weil sie mit ihrem Anspruch, alle gleich zu machen, die Unterschiede auslöscht.“ Das Dokument charakterisierte den Anspruch, das eigene Geschlecht durch medizinische Eingriffe zu verändern, als „uralte Versuchung des Menschen“, sich selbst zu Gott zu machen. Körper und Seele seien untrennbar und beide Teil der Personenwürde.

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