Papst Leo hält Gebetswache mit Jugendlichen in Madrid, weist auf Bedeutung der Stille hin

Papst Leo hält Gebetswache mit Jugendlichen in Madrid, weist auf Bedeutung der Stille hin

Die im Fernsehen ausgestrahlten Bilder, auf denen junge Menschen vor Freude in die Luft sprangen, als Papst Leo XIV. am Samstagabend auf der Plaza de Lima in Madrid erschien, waren spektakulär, konnten jedoch die wahrhaft festliche Stimmung, die das Treffen prägte, nicht vollständig wiedergeben.

Der Empfang war überwältigend. Einige weinten vor Rührung; andere skandierten, fast ohne Stimme: „Das ist die Jugend des Papstes!“

Was die Besucherzahlen angeht, spricht der Vergleich für sich: Während das Konzert des puertoricanischen Künstlers Bad Bunny an diesem Samstag 60.000 Menschen anzog, versammelte das Treffen mit dem Papst laut Behördenangaben mehr als 600.000 junge Menschen.

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Der Papst zeigte sich besonders nahbar und sicher im Spanischen, einer Sprache, in der er mehrfach improvisierte. Tatsächlich entstand einer der markantesten Sätze seiner Ansprache gerade in einem spontanen Moment: „Ihr könnt die Geschichte verändern, tut es mit Liebe.“

An anderer Stelle ermutigte er die Jugendlichen unverblümt, keine Angst vor der Berufung zu haben: „Habt niemals Angst davor, eine Berufung zum Priesterleben oder zum Ordensleben zu haben.“ Und er fügte hinzu: „Ihr müsst keine Angst davor haben, zu heiraten und eine Familie zu gründen.“

Seine Rede war als Antwort auf die Fragen mehrerer junger Menschen aufgebaut. In einem dieser Beiträge fasste er zusammen, was er als sein Vermächtnis darstellte: „Die Jünger Jesu sind immer Zeitgenossen, aber niemals Gefangene der vergehenden Zeit. Wir sind frei in Christus!“

Der Papst betonte, Christus befreie „durch seine Liebe“, eine Liebe, die den Menschen „immer frei von jeglichem Zwang und jeder Täuschung“ lässt. „Wir sind frei von Modetrends, denn wir sind Jünger der Wahrheit; wir sind offen für die Zukunft, denn wir wissen, dass uns der Tod nicht erwartet“, erklärte er.

Zudem vertraute er den Jugendlichen eine große „Mission“ an: „Seid Menschen! Männer und Frauen aus Fleisch und Blut. Keine Fassaden, sondern vertrauenswürdige Gesichter. Menschen, die nach Gerechtigkeit suchen, weil sie nach ihr hungern wie nach dem täglichen Brot.“

„Seid Menschen, wie es Christus ist, der vollkommene Mensch, der Auferstandene, der zu jeder Zeit die Geschichte mit uns teilt. Pflegt dieses Engagement und schaut auf die Apostel, auf die ersten Christen, Bewohner einer heidnischen Welt“, fügte er hinzu.

Der Kontext, in dem dieser Besuch in Spanien stattfindet, lädt zu einem historischen Vergleich ein. Als Benedikt XVI. vor 15 Jahren Spanien besuchte, erlebte das Land starke soziale Unruhen. Heute jedoch sieht das Bild anders aus. Leo XIV. kommt zu einem Zeitpunkt nach Spanien, der durch das Wiederaufleben des Katholizismus unter jungen Menschen geprägt ist. In nur fünf Jahren ist der Anteil der Katholiken im Alter von 15 bis 29 Jahren von 31,6 % auf 45 % gestiegen, wie aus dem im vergangenen April veröffentlichten Bericht „Jóvenes Españoles 2026“ der Fundación SM hervorgeht.

Diese Zahlen spiegelten sich deutlich in der Atmosphäre wider. Die Veranstaltung nahm den Charakter eines echten Festes des Glaubens an, bei dem sich das Rosenkranzgebet mit musikalischen Darbietungen und Zeugnissen abwechselte.

Bei seinem Treffen mit den Jugendlichen legte Leo besonderen Wert auf die Stille, die notwendig sei, „um die Stimme Gottes zu erkennen“.

„Oft laufen wir mit Kopfhörern herum, hören Musik“, anstatt zuzuhören, stellte er in einer seiner spontanen Äußerungen fest. Demgegenüber bedeute die Suche nach der Stille, „zu entscheiden, was wir nicht hören wollen und von welchen Geräuschen wir uns nicht ablenken lassen“.

„Oft täuschen uns die sozialen Netzwerke, doch Gott ist die Wahrheit. Wenn uns etwas von Gott entfernt, ist es nicht wahr“, warnte er. „In der Stille begreifen wir, dass Ideologien vergehen, während die Wahrheit bleibt.“

Der Papst erklärte, dass der innere Dialog zu „Gebet, Lobpreis und Fürbitte“ werde, „wenn er dem Einzigen anvertraut wird, der ihn hören kann“. Er definierte das Gebet als eine „freie Stimme“, die nicht rechtfertigen oder etwas vortäuschen, sondern sich Gott öffnen wolle.

In diesem Sinne lud er die Jugendlichen ein, dem Beispiel Christi zu folgen und als „Hirten, Erzieher und Freunde“ zu handeln. „Wenn ihr mit Liebe betet, werden die jungen Menschen die Bedeutung des Gebets erkennen. Wenn ihr im Glauben brennt, werdet ihr dessen lebendiges Feuer weitergeben. Wenn ihr eurer Berufung treu bleibt, werdet ihr dessen anziehende Gnade widerspiegeln“, erklärte er.

Er betonte, dass sich die Nähe Jesu sogar in der Schwäche offenbart, „wenn wir zu einer ausgestreckten Hand und einer brüderlichen Umarmung werden, um uns gegenseitig auf dem Weg zu stützen“.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.

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