Bestsellerautor und Priester Peter Dyckhoff im Alter von 88 Jahren gestorben

Bestsellerautor und Priester Peter Dyckhoff im Alter von 88 Jahren gestorben

Der Priester und Bestsellerautor Peter Dyckhoff ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Er galt im deutschsprachigen Raum als bedeutendster Experte für das frühchristliche Ruhegebet nach Johannes Cassianus.

„Unsere zum Teil verkopfte und gleichzeitig müde gewordene christliche Gegenwart ist daran schuld, dass wir zum Teil in einer geistlichen Dürre leben, die allzu oft sich in Depressionen und anderen Krankheiten zeigt“, hatte Dyckhoff in seinem letzten Werk, „Das Goldene Buch vom Ruhegebet“, geschrieben. „Andererseits jedoch lebt tief in uns die Sehnsucht nach Verankerung im Glauben und nach Gotteserfahrung.“

In einem Nachruf würdigte die von ihm gegründete Stiftung Ruhegebet den Verstorbenen laut Domradio als „großen Mann des Glaubens und des Gebets“. Er sei „nach langer, mit bewundernswerter Geduld ertragener Krankheit“ verschieden. Mit Büchern, Vorträgen sowie Rundfunk- und Fernsehsendungen habe er „unzählige Menschen“ bereichert. Sein Werk werde fortgeführt, teilte der Stiftungsvorstand mit.

Bekannt wurde Dyckhoff vor allem als Förderer des frühchristlichen Ruhegebets nach Johannes Cassianus (360 bis etwa 435). Er wird sowohl von der Ost- als auch von der Westkirche als Heiliger verehrt. Auch Benedikt von Nursia, der Vater des westlichen Mönchtums, berief sich in seiner Regel auf dessen Collationes Patrum.

Dyckhoff wurde 1937 im westfälischen Rheine geboren. Nach dem Abitur begann er ein Studium der katholischen Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen. Später wechselte er zur Psychologie an die Universität Münster. Als sein Vater tödlich verunglückte, brach er das Studium ab und übernahm 1964 die Geschäftsführung in der elterlichen Zwirnweberei.

Mit rund 40 Jahren gab Dyckhoff nach einer persönlichen Krise die Unternehmensleitung ab. Ab 1977 studierte er erneut Theologie. Zum Priester geweiht wurde er 1981 in Brixen (Südtirol).

Es folgten Stationen als Kaplan in Südtirol und als Wallfahrts- und Krankenhausseelsorger in Kevelaer. Nach einer Zeit als Gemeindepfarrer im Bistum Hildesheim übernahm Dyckhoff dort den Aufbau und die Leitung der Bischöflichen Bildungsstätte „Haus Cassian“.

Im Jahr 1999 kehrte er nach Westfalen zurück. Seinen Doktortitel erwarb er 2006 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (heute Vinzenz Pallotti University) mit einer Arbeit zum Thema „Gebet als Quelle des Lebens“.

Im Laufe seines Lebens veröffentlichte Dyckhoff zahlreiche Bücher zum Ruhegebet. Sein erstes Werk zu diesem Thema erschien 2005 unter dem Titel „Bete ruhig: Betrachtung und Ruhegebet“.

Weitere Titel folgten in regelmäßigen Abständen: „Einübung in das Ruhegebet“ (zwei Bände, 2006), „Das Ruhegebet einüben“ (2011), „Ruhegebet“ (2015), „Geheimnis des Ruhegebetes“ (2016), „Das Ruhegebet im Alltag“ (2017), „Pater Pio und das Ruhegebet“ (2019), „Das kleine Buch vom Ruhegebet“ (2020) und „Ruhegebet: Fragen und Antworten“ (2021). Zuletzt erschien 2025 beim fe-Medienverlag „Das Goldene Buch vom Ruhegebet“ mit einem Umfang von 360 Seiten.

Im Jahr 2013 gründete Dyckhoff die Stiftung Ruhegebet, um das frühchristliche Gebet nach Johannes Cassianus im deutschsprachigen Raum weiter bekannt zu machen und Kursleiter auszubilden. Seinen letzten Wirkungsort hatte er im westfälischen Senden.

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