Erzbischof Burger: Gesellschaft läuft nach christlichem Verständnis „etwas aus dem Ruder“

Erzbischof Burger: Gesellschaft läuft nach christlichem Verständnis „etwas aus dem Ruder“

Erzbischof Stefan Burger zufolge zeigt die aktuelle gesellschaftliche Lage in Deutschland, dass „nach unserem christlichen Verständnis etwas aus dem Ruder läuft“. Der Freiburger Erzbischof predigte am Sonntag zum 60-jährigen Bestehen der Klosterkirche St. Trudpert im Münstertal.

Die „Wertfundamente unserer Gesellschaft“ seien dabei, sich zu verschieben“, sagte Burger und machte dies nach Angaben der Erzdiözese „an mehreren Beispielen fest: Am Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das den assistierten Suizid rechtfertigt und die Autonomie des Menschen absolut setze. An der Diskussion über den Paragraphen 218 und der damit aufgeworfenen Frage eines ‚gestuften Lebensschutzes des ungeborenen Kindes‘. An den ‚politischen Erschütterungen in unserer Parteienlandschaft‘: ‚Wenn der Rechtspopulismus an Zulauf gewinnt; wenn eine völkisch-nationale Ideologie fröhliche Urständ feiert, die uns schon einmal ins Unglück gestürzt hat; wenn wieder darangegangen wird, Menschen zu bewerten und zu klassifizieren; wenn Ethnie und Hautfarbe in den Köpfen mancher verstärkt darüber entscheiden, wer gut oder böse ist.‘“

Auch die Kirche habe „in unserer Gesellschaft Vertrauen und Glaubwürdigkeit eingebüßt“, räumte der Erzbischof am Christkönigsfest ein. „Wir haben uns mit unseren Skandalen in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Als Kirche haben wir nicht genügend darauf geachtet, Christus, unserem König, den Platz einzuräumen, der ihm eigentlich gebührt.“

Man dürfe jedoch nicht bloß klagen, sondern müsse aus dem Glauben leben. Das bedeute: „Wenn wir unser Lebensziel erreichen wollen, so muss Christus König sein.“

Wenn Christus tatsächlich König ist, dann dürfe sich der Mensch „neu bewusst werden, dass er seine Würde von Gott her empfängt, unverdient, ohne Vorleistung und nicht von einem Herrenmenschen, der sich alles unterwirft“, sagte Burger.

Das Kloster St. Trudpert im Südschwarzwald geht zurück auf das neunte Jahrhundert, wurde aber wie unzählige andere Klöster zu Beginn des 19. Jahrhunderts säkularisiert. Die Klosterkirche wurde dann zur Pfarrkirche der Gemeinde vor Ort. Als die Kongregation der Schwestern vom heiligen Josef zu Saint-Marc nach dem Ersten Weltkrieg das Kloster erwarb, ging es auch bald an den Bau einer neuen Klosterkirche. Nach einem jahrzehntelangen Baustopp wurde das Gebäude schließlich im Jahr 1965 fertiggestellt und geweiht.

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