Bischof Neymeyr: „Migration braucht einen ordnenden Rahmen“

Bischof Neymeyr: „Migration braucht einen ordnenden Rahmen“

Bischof Ulrich Neymeyr hat erklärt, man dürfe „nicht blauäugig sein“, denn „Migration braucht einen ordnenden Rahmen“. Die Integration von Migranten sei „eine komplexe Aufgabe“, sagte der Erfurter Bischof in der vergangenen Woche beim Elisabeth-Empfang.

Gleichzeitig mahnte er, sich davor zu hüten, „die Migration für alles verantwortlich zu machen, was in unserem Land ‚schiefläuft‘“, unterstrich Neymeyr.

Die Bild-Zeitung berichtete Mitte November: „Unterbringung, Versorgung und Betreuung stellen Bund, Länder und Kommunen weiter vor enorme Herausforderungen. Die flüchtlingsbezogenen Ausgaben im Bundeshaushalt stiegen seit 2014 um gut 40 Prozent auf 28,4 Milliarden Euro im Jahr 2024. Auch die Länder zahlen mehr: 6,7 Milliarden Euro für Asylbewerberleistungen – 179 Prozent mehr als 2014.“

„Die Flüchtlingsmigration aus Syrien und Afghanistan habe Deutschland bislang wirtschaftlich kaum vorangebracht“, so die Zeitung unter Berufung auf den Ökonom Wido Geis-Thöne vom Institut der deutschen Wirtschaft, der sagte: „Viele der Geflüchteten kamen ohne die nötige Qualifikation, die Integration in den Arbeitsmarkt verläuft sehr langsam.“

Der Bischof von Erfurt betonte, es sei für ihn „wichtig, dass das Asylrecht ein heiliges Recht ist, dessen Anwendung sorgfältig geprüft werden muss, auch wenn wir Deutsche aus der Geschichte die besondere Verpflichtung haben, Menschen aufzunehmen, die in ihrem Land an Leib und Leben bedroht werden“.

In seiner Ansprache beim Elisabeth-Empfang benutzte Neymeyr die von Papst Franziskus erlassene Eröffnungsbulle für das Heilige Jahr 2025, konkret die von dem im April verstorbenen Pontifex benannten „acht Bereiche, in denen sich die Hoffnung in unserer Zeit bewähren muss“. Neben Migration erwähnte der Bischof etwa auch kurz „den Rückgang der Geburtenrate“: „Ich bitte alle politisch Verantwortlichen, ihren Teil dazu beizutragen, dass Paare den Mut finden, dem Leben zu trauen und sich auf das ‚Wagnis Kind‘ einzulassen.“

Die Geburtenrate – offiziell „Geburtenziffer“ genannt – ist in Deutschland im Jahr 2024 auf 1,35 Kinder je Frau gesunken, wie das Statistische Bundesamt im Juli mitteilte. Seit den frühen 1970er Jahren ist die Geburtenrate in Deutschland unter dem sogenannten „Ersatzniveau“ von 2,1 Kindern pro Frau, das die Bevölkerung – ohne Migration – stabil halten würde.

Familienverbände kritisieren immer wieder die Politik auf Bundes- und Landesebene, die ihrer Ansicht nach nicht familienfreundlich ist. Mitte November erklärte etwa der Verband kinderreicher Familien, man reagiere mit „streitbarem Unverständnis“ auf „die jüngsten Entscheidungen der Bayerischen Staatsregierung, das geplante und lange angekündigte Familiengeld abrupt doch nicht einzuführen und die Förderung stärker auf den frühkindlichen außerhäuslichen Betreuungsbereich zu konzentrieren“.

„Das Signal, das von dieser Entscheidung ausgeht, sei gerade in einer Gesellschaft mit sinkenden Geburtenzahlen und wachsender Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt fatal“, hieß es außerdem. „“tatt Familien zu stärken, die Verantwortung selbst übernehmen wollen, werden sie jetzt vor finanzielle und organisatorische Unsicherheiten gestellt.“

Neymeyr gab den beim Elisabeth-Empfang anwesenden Vertretern der Politik mit auf den Weg: „Ich wünsche Ihnen in Ihren politischen Ämtern und Funktionen, auch in diesen Zeiten die Hoffnung nicht zu verlieren. Lassen Sie uns weiterhin miteinander als Pilger der Hoffnung hier in unserem Land Thüringen unterwegs sein.“

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