Der für Umweltfragen zuständige Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann hat die Bilanz der großen UN-Klimakonferenz, die am Samstag in Brasilien zu Ende ging, als „gemischt“ charakterisiert.
„Zehn Jahre nach der wegweisenden UN-Klimakonferenz in Paris fällt eine Bewertung der weltweiten Bemühungen zum Klima- und Umweltschutz ernüchternd aus“, so Lohmann in einer von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) verbreiteten Stellungnahme. „Das 2015 beschlossene Ziel, den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius, besser noch auf 1,5 Grad zu begrenzen, lässt sich kaum noch erreichen.“
„Auch das Fazit zur diesjährigen Klimakonferenz in Belém ist gemischt“, fuhr er fort. „So sind etwa die Finanzierungszusagen für den Fonds zur Anpassung an Schäden, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden, hinter den Erfordernissen zurückgeblieben. Außerdem konnten sich die Staaten nicht auf einen klaren gemeinsamen Fahrplan für den bereits geplanten Ausstieg aus fossilen Energien einigen – dabei wären konkrete Ausstiegsdaten wichtig.“
Das „Grundproblem“ bleibe bestehen, räumte Lohmann ein und zitierte aus der Videobotschaft von Papst Leo XIV. während der Klimakonferenz: „Hoffnung und Entschlossenheit müssen erneuert werden, nicht nur in Worten und Bestrebungen, sondern auch in konkreten Taten.“
„Dieser Aufforderung schließe ich mich dezidiert an“, erklärte der Weihbischof. „Es fehlt ein geeinter politischer Wille zur sozial-ökologischen Transformation.“
„Längst ist bekannt, dass Investitionen in den Klima- und Umweltschutz Investitionen in eine lebenswerte Zukunft sind“, zeigte er sich überzeugt. „Wirtschaft und Ökologie müssen zusammengedacht werden und sind mittel- bis langfristig auch nur gemeinsam denkbar. Je eher wir diese Erkenntnis umsetzen, umso leichter lässt sich die Transformation bewerkstelligen. Es darf kein Prozess kleiner Schritte bleiben, wo wir große Sprünge bräuchten.“
Nichtsdestotrotz erwähnte Lohmann auch „positive Signale“, etwa „den Fonds zum Schutz der Regenwälder (TFFF)“. Der Regenwald sei nämlich „die ‚grüne Lunge‘ unseres Planeten und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Ihn zu schützen, ist ein zentraler Bestandteil der Bewahrung der Schöpfung.“
Die deutsche Bundesregierung will in den nächsten zehn Jahren insgesamt eine Milliarde Euro für den TFFF bereitstellen, wobei der Bundestag diese Zahlungen zunächst beschließen muss.
