Die traditionelle Segnung der Lämmer, aus deren Wolle die Pallien für die neuen Metropolitan-Erzbischöfe hergestellt werden, hat Papst Leo XIV. am Mittwoch vorgenommen. Diese Segnung erfolgt stets am Fest der heiligen Agnes, also am 21. Januar.
Der Vatikan teilte mit: „Heute Vormittag wurden dem Papst in der Kapelle von Urban VIII. zwei Lämmer überreicht, die anlässlich des liturgischen Gedenktages der heiligen Agnes, Jungfrau und Märtyrerin, in der gleichnamigen Basilika an der Via Nomentana gesegnet werden.“
„Die Wolle dieser Lämmer wird zur Herstellung der Pallien der neuen Metropoliten verwendet“, führte der Vatikan in der kurzen Mitteilung aus. „Das Pallium ist ein liturgisches Zeichen der Ehre und der Jurisdiktion, das vom Papst und den Metropoliten in ihren Kirchen und in denen ihrer Kirchenprovinzen getragen wird. Das Pallium besteht aus einem schmalen Stoffband aus weißer Wolle, das mit sechs schwarzen Seidenkreuzen verziert ist.“
Papst Franziskus hatte mit der Tradition der Segnung gebrochen. So berichtete Vatican News im Jahr 2025: „In den letzten Jahren haben sich einige Aspekte dieser Tradition geändert: Die Trappisten betreiben keine Schafzucht mehr, und der Heilige Vater segnet die Lämmer nicht mehr im Vatikan.“
Auch die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) schrieb 2024: „Bis vor einigen Jahren brachten die Schwestern die Tiere nach der Messe zum Papst in den Vatikan. Heute werden sie lediglich in der Basilika von einem Priester gesegnet.“
Das Pallium, das aus der Wolle der Lämmer hergestellt wird, ist ein liturgisches Kleidungsstück, das vom Papst am Fest Peter und Paul am 29. Juni an die neuen Metropolitan-Erzbischöfe überreicht wird. Daneben gibt es noch sogenannte Titular-Erzbischöfe, die zwar den Titel eines Erzbischofs führen, aber keiner Kirchenprovinz vorstehen. Bestes Beispiel sind die Kurienerzbischöfe sowie die Apostolischen Nuntien in aller Welt.
Papst Franziskus hatte auch mit dem Brauch der Überreichung des Palliums gebrochen. Franziskus segnete und überreichte das Pallium an die Erzbischöfe. Die Auflegung erfolgte aber erst später durch den Apostolischen Nuntius in den jeweiligen Erzdiözesen. Papst Leo hingegen nahm die Auflegung im vergangenen Jahr wieder persönlich vor.