Schweizerischer Katholischer Frauenbund kritisiert Äußerungen von Papst Leo zu Abtreibung

Schweizerischer Katholischer Frauenbund kritisiert Äußerungen von Papst Leo zu Abtreibung

Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF), der sich seit 2025 nur noch Frauenbund Schweiz nennt, hat Papst Leo XIV. für dessen Äußerungen zum Thema Abtreibung kritisiert. Der Pontifex bezeichnete in einer Audienz Ende Januar den Schutz ungeborenen Lebens als Voraussetzung für eine dem Menschen dienende Politik und zitierte dabei Mutter Teresa. Dies sei, so der Frauenbund, eine Verkürzung komplexer Konflikte.

In seiner Ansprache hob der Papst die Sorge um die Schwächsten als Maßstab für menschliches Handeln hervor: „Nur diejenigen, die sich um die Schwächsten unter uns kümmern, sind in der Lage, wirklich Großes zu vollbringen“, erklärte der Papst.

Er bezog sich dabei auf eine Aussage von Mutter Teresa von Kalkutta beim National Prayer Breakfast 1994 in den USA, wonach die Abtreibung die „größte Zerstörung des Friedens heute“ sei.

Papst Leo bezeichnete diese Worte als „prophetisch“ und ergänzte: „Keine Politik kann den Menschen wirklich dienen, wenn sie den Ungeborenen das Geschenk des Lebens verweigert oder wenn sie es versäumt, diejenigen zu unterstützen, die in Not sind, sei es in materieller Hinsicht oder in ihrer seelischen Not.“

Der Frauenbund kritisierte diese katholische Positionierung auf Anfrage des Portals kath.ch scharf. „Als besonders problematisch erachtet der Frauenbund Schweiz die Art und Weise, wie Schwangerschaftsabbrüche in einen direkten Zusammenhang mit Krieg, Frieden und politischer Verantwortung gestellt werden“, hieß es in der Stellungnahme. Die päpstliche Aussage verkürze globale Konflikte auf individuelle Entscheidungen von Frauen.

Sarah Paciarelli, zuständig für Kommunikation und Politik beim Frauenbund, erklärte, dass durch diese Sichtweise strukturelle Ursachen von Unfrieden wie Machtmissbrauch, Armut und politische Verantwortungslosigkeit „ausgeblendet“ würden. Anstatt Frauen für Unfrieden mitverantwortlich zu machen, solle man sie als „unverzichtbare Akteurinnen des Friedens“ stärken. Frieden entstehe dort, wo Frauen in ihrer Würde ernst genommen würden.

Die Position des Papstes entspricht der kirchlichen Lehre, nach der jede direkte Abtreibung als schwerer sittlicher Verstoß gilt. So hält der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 2271) fest, dass menschliches Leben „von der Empfängnis an absolut zu achten und zu schützen“ ist.

In der Schweiz wurde im Jahr 2024 mit 12.434 Abtreibungen ein neuer Höchststand erreicht.

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