„Christian Solidarity International“ über Armenien: „Derzeit eskaliert die Lage“

„Christian Solidarity International“ über Armenien: „Derzeit eskaliert die Lage“

Pfarrer Peter Fuchs, der Geschäftsführer von „Christian Solidarity International“ (CSI) Deutschland, hat die Situation in Armenien nach einem Besuch vor Ort mit drastischen Worten charakterisiert: „Derzeit eskaliert die Lage, weil seitens der Regierung Paschinjan gezielt eskaliert wird.“

„Mein Eindruck war, dass der Katholikos nun in einer unangenehmen Lage ist“, sagte Fuchs über das Oberhaupt der nicht mit Rom unierten Armenischen Apostolischen Kirche. „Vier Bischöfe sitzen im Gefängnis. Das erinnert an die schlimmsten Zeiten des Kommunismus.“

„Ich konnte Erzbischof Bagrat Galstanyan, der für Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung eintrat, im Gefängnis besuchen“, führte der Pfarrer in der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ (aktuelle Ausgabe) aus. „Ich denke, jetzt muss Druck von außen kommen, um eine Korrektur des Wegs von Paschinjan zu erwirken.“

Nikol Paschinjan ist seit 2018 Premierminister von Armenien. In diese Zeit fällt der Verlust eines großen Gebietes – Bergkarabach –, das von Armeniern bewohnt wurde, aber nun von Aserbaidschan kontrolliert wird. Der Hintergrund ist ein Krieg der beiden Staaten im Jahr 2020 und ein daraufhin unterzeichnetes Waffenstillstandsabkommen.

Die Armenische Apostolische Kirche sehe sich als eine „Institution, die die Identität aller Armenier schützen und verteidigen will. Sie hat schon in der Zeit des Kommunismus – und nun neuerlich – erlebt, dass das Religiöse vom Staat bedrängt wird und der Staat die armenische Identität leichtfertig aufgibt“, sagte Fuchs.

Erzbischof Galstanyan habe eine Bewegung begründet, „weil die Regierung Paschinjan vier armenische Dörfer in der Region Tavush an Aserbaidschan übergab. Der Erzbischof kann in keiner Weise akzeptieren, dass armenisches Kernland an Aserbaidschan übergeben wird. Die Kirche sieht, dass es weiterhin keine Gerechtigkeit gibt, dass die Karabach-Armenier nicht nach Hause zurückkehren dürfen, dass etwa 23 armenische Geiseln weiter in Baku festgehalten werden.“

Über die Spannungen zwischen der Armenischen Apostolischen Kirche und der Regierung sagte der Geschäftsführer von CSI Deutschland: „Das Oberhaupt der Kirche, Katholikos Karekin II., den ich treffen und sprechen konnte, liebt seine Nation und leidet unter der aktuellen Situation. Paschinjan hat mit zehn Bischöfen eine Art ‚Reformgruppe‘ gebildet, die das Ziel hat, den Katholikos durch einen der Regierung genehmen Bischof zu ersetzen. Der Regierungschef hat angeordnet, dass für den Katholikos in der Liturgie nicht mehr gebetet werden soll, und er hat dafür gesorgt, dass Personalentscheidungen des Katholikos nicht mehr umgesetzt werden können.“

„Die armenisch-apostolische Bischofskonferenz plant im Februar in Österreich, nämlich in St. Pölten, zu tagen, weil die Voraussetzungen dafür in Armenien nicht mehr gegeben sind“, erklärte Fuchs. „Doch die Regierung Armeniens hat gerade gegen sechs Bischöfe Ausreisesperren verhängt und verhindert somit deren Teilnahme an der Konferenz.“

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