Bischof Bätzing an Muslime: Mit wachem Sinn wahrnehmen, „was uns miteinander verbindet“

Bischof Bätzing an Muslime: Mit wachem Sinn wahrnehmen, „was uns miteinander verbindet“

In einem Schreiben zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan hat Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), dazu aufgerufen, „mit wachem Sinn all das wahrzunehmen, was uns miteinander verbindet“. Hintergrund ist, dass in diesem Jahr der Beginn der katholischen Fastenzeit am Aschermittwoch mit dem Auftakt zum Ramadan zusammenfällt.

Während der Ramadan bis zum 19. März dauert, geht die katholische 40-tägige Fastenzeit bis Ostern, das in diesem Jahr auf den 5. April fällt. Die Verpflichtung, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang keine Nahrung aufzunehmen und nicht zu trinken, wird von vielen Muslimen sehr ernst genommen. Die katholische Fastenzeit kennt seit der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil nur noch zwei vergleichsweise strenge und verpflichtende Fasttage: Aschermittwoch und Karfreitag.

„Fastenzeiten sind kostbare Zeiten“, betonte Bätzing in seiner Grußbotschaft. „Wer fastet, dem geht es um mehr als materiellen Verzicht und körperliche Askese. Vielmehr kennen sowohl Christen als auch Muslime – jeweils auf ihre Weise – das Fasten als einen Weg des Gebets und der Sammlung. Auf diese Weise kann das Fasten dazu beitragen, dass wir unsere Beziehung zu Gott, dem barmherzigen Schöpfer, vertiefen und zugleich eine größere Achtsamkeit gegenüber unseren Mitgeschöpfen entwickeln.“

Der scheidende DBK-Vorsitzende, dessen Nachfolger in diesem Monat gewählt wird, erinnerte an seine Reise ins Heilige Land und an die „multireligiösen Gebetstreffen, die Papst Johannes Paul II. im Oktober 1986 in Assisi begründet hat“.

„Jeder betete gemäß der eigenen religiösen Tradition, aber vereint in einem gemeinsamen Anliegen, dem Frieden“, fasste der Bischof die Idee von vor 40 Jahren zusammen. Dies sei aber „auch heute unser Auftrag: miteinander vor Gott zu treten, füreinander einzustehen, Wege der Versöhnung zu suchen – im Vertrauen darauf, dass Gott uns zu Werkzeugen seines Friedens macht. Wie sehr braucht unsere Welt Menschen, die aus der Kraft des Gebets leben!“

Papst Franziskus habe betont, dass Christen und Muslime dazu berufen seien, „im Anderen nicht einen Gegner, sondern einen Bruder und eine Schwester zu sehen. Das bedeutet auch, sich jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzustellen, sei es Rassismus, Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit.“

Bätzing erwähnte die tödliche Christenverfolgung durch den Islamismus in Ländern wie Nigeria oder Syrien nicht. Stattdessen schrieb er: „Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Polarisierung dürfen wir uns nicht entmutigen lassen, sondern sind aufgerufen, Zeugnis für Gerechtigkeit und Versöhnung abzulegen.“

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