Apostel durch Losverfahren – der heilige Matthias und seine letzte Ruhestätte in Trier

Apostel durch Losverfahren – der heilige Matthias und seine letzte Ruhestätte in Trier

Heute feiert die Kirche den heiligen Matthias, der als einziger Apostel durch ein Losverfahren in den Kreis der Zwölf aufgenommen wurde. Er ersetzte nach der Himmelfahrt Christi den Verräter Judas Iskariot und gilt heute als Patron des Bistums Trier.

Nach der biblischen Überlieferung in der Apostelgeschichte (Apg 1,15–26) erfolgte die Wahl des Matthias in den Tagen zwischen der Himmelfahrt Jesu und dem Pfingstfest.

Petrus legte fest, dass der neue Apostel Augenzeuge des Wirkens Jesu „von der Taufe des Johannes an“ bis zur Himmelfahrt sein musste. Matthias wurde zusammen mit Joseph Barsabbas aufgestellt. Die Entscheidung fiel nach einem Gebet der Gemeinde durch das Los auf ihn.

In der Theologie wird die Vervollständigung des Zwölferkreises als notwendiger Schritt vor der Herabkunft des Heiligen Geistes gesehen. Die Zahl Zwölf symbolisiert dabei die zwölf Stämme Israels und den Anspruch auf die Sammlung des gesamten Gottesvolkes.

Matthias ist der einzige Apostel, dessen Berufung nicht direkt durch Jesus während dessen Erdenlebens, sondern durch die junge Urgemeinde unter Anrufung des göttlichen Willens erfolgte.

Das Apostelgrab in Trier

Besondere Bedeutung genießt die Verehrung des Heiligen im deutschsprachigen Raum, insbesondere im Bistum Trier. Im Jahr 1127 wurden dort beim Neubau der heutigen Benediktinerabtei St. Matthias Reliquien aufgefunden, die als Gebeine des Apostels identifiziert wurden.

Nach der Überlieferung hatte Kaiserin Helena die Gebeine im vierten Jahrhundert nach Trier bringen lassen. Damit beherbergt die Stadt das einzige Grab eines Apostels nördlich der Alpen. Die dortige Wallfahrtstradition umfasst heute etwa 160 Matthiasbruderschaften, die jährlich – oft in mehrtägigen Fußwallfahrten – zum Apostelgrab pilgern.

Liturgie und Brauchtum

Im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet wird das Fest des heiligen Matthias traditionell am 24. Februar gefeiert. Im allgemeinen Römischen Kalender wurde der Gedenktag im Zuge der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auf den 14. Mai verlegt, um ihn außerhalb der Fastenzeit in der Osterzeit zu feiern.

Matthias wird in der christlichen Ikonografie häufig mit einem Beil oder einer Hellebarde dargestellt. Dies weist auf sein überliefertes Martyrium durch Enthauptung hin. Er ist unter anderem Schutzpatron der Bauhandwerker, Zimmerleute und Schmiede.

Die am weitesten verbreitete Legende besagt, dass er im Jahr 63 von Heiden gesteinigt und anschließend enthauptet wurde. Hippolytus von Rom hingegen behauptete, Matthias sei in Jerusalem eines natürlichen Todes gestorben.

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