Bischof Ackermann: „Gebetssprache der Liturgie“ soll „in meinem Beten“ aushelfen

Bischof Ackermann: „Gebetssprache der Liturgie“ soll „in meinem Beten“ aushelfen

Bischof Stephan Ackermann hat am letzten Tag der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz über das Gebet und die Liturgie gepredigt. Dabei hielt der Trierer Bischof in Würzburg fest: „Die Gebetssprache der Liturgie erweist ihren Sinn und ihre Größe da, wo sie mir in meinem Beten aushilft, weil mir selbst die richtigen Worte fehlen, und ich dankbar bin, dass ich mich in die Sprache der Liturgie hineinbegeben kann wie in ein vertrautes, bergendes Haus.“

„Die Gebetssprache des Gottesdienstes ist dann stark, wenn ich selbst nach Jahren oder Jahrzehnten in ihr noch Neues entdecken kann, das mein geistliches Leben bereichert“, führte er aus.

Sodann ging er auf das Bittgebet ein, das im Zentrum der Lesungen des Tages stehe. „Ist nicht das Bittgebet der Testfall des Glaubens?!“, stellte Ackermann in den Raum. „Warum fordert uns Jesus auf zu bitten, und wir müssen doch so oft erleben, dass unsere Bitten nicht erhört werden? Will Gott sie nicht erhören? Kann er es nicht?“

Trotz aller klassischen Versuche, auf diese Fragen zu antworten, bleibe doch, „wenn wir ehrlich sind, eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Die ist nicht zu überwinden. Die sollten wir auch nicht leugnen. Es bleibt eine Spannung, auch im Leben des gläubigsten Menschen.“

„Mir selbst hilft zur Antwort auf die Frage nach dem Sinn und der Wirkung des Bittgebets ein Wort von Papst Leo dem Großen“, versuchte Ackermann auf die von ihm aufgeworfenen Fragen zu antworten. „Er hat sinngemäß einmal in einer Predigt den Zuhörern gesagt: Denkt daran, dass wir im Gebet letztlich um nichts Geringeres bitten als um Gott selbst. (Sermo 92,3) Mir hilft dieser Gedanke.“

„Natürlich bitten wir um Gott nicht wie um einen Gegenstand“, betonte der Bischof von Trier. „Gott zu erbitten, das heißt vielmehr: um seine Nähe, um seine Gegenwart zu bitten; darum zu bitten, dass Gott mir nahe ist und ich seine Nähe spüren darf, was auch immer geschieht. Gott ist das Ziel unseres Betens über all unsere einzelnen Bitten hinaus. Damit werden unsere konkreten Bittgebete nicht überflüssig, aber sie stehen im umfassenden Horizont des lebendigen Gottes.“

Im Lukas-Evangelium sei das Jesuswort zu lesen (Lk 11,13): „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“

Das Gute, das Gott gebe, sei der Heilige Geist, so Ackermann. „Der Geist ist ja nichts anderes als das Innerste Gottes selbst, sein Leben, seine Liebe. In dieser Liebe schenkt sich uns Gott selbst. Nichts Geringeres gibt er uns. Darin liegt die endgültige Erfüllung all unserer Bitten.“

Werden Sie Teil der EWTN-Familie. Abonnieren Sie unseren Newsletter!

*Ich möchte zukünftig den wöchentlichen Newsletter von EWTN.TV mit Impulsen, Programmtips und Informationen rund um Ihren katholischen Fernsehsender per E-Mail empfangen. Diese Einwilligung kann am Ende jedes Newsletters widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.