Bischof Varden warnt Kurie bei Fastenexerzitien im Vatikan vor falschem Ehrgeiz

Bischof Varden warnt Kurie bei Fastenexerzitien im Vatikan vor falschem Ehrgeiz

Bei den diesjährigen Fastenexerzitien im Vatikan hat der norwegische Bischof Erik Varden OCSO eindringlich vor klerikalem Ehrgeiz und innerkirchlicher Korruption gewarnt. In seinen Meditationen in der Paulinischen Kapelle betonte der Trappistenmönch, dass der schwerste Schaden für die Kirche nicht durch äußere Widerstände, sondern im eigenen Haus entstehe.

Die vatikanischen Fastenexerzitien fanden vom 22. bis zum 27. Februar statt. Auszüge seiner Vorträge veröffentlichte Varden auf seiner Internetseite „Coram Fratribus“.

Er betonte, dass der schwerste Schaden nicht von außen gekommen sei: „Nichts hat der Kirche mehr tragischen Schaden zugefügt und unser Zeugnis mehr beeinträchtigt als die Korruption, die in unserem eigenen Haus entstanden ist. Die schlimmste Krise der Kirche wurde nicht durch weltliche Opposition ausgelöst, sondern durch kirchliche Korruption. Die zugefügten Wunden werden Zeit brauchen, um zu heilen“.

Mit Verweis auf historische Erfahrungen mahnte er, „dass die spirituellen Männer der Kirche sehr viel furchtbarer angegriffen werden als die fleischlichen“.

Deutliche Worte fand der Exerzitienmeister für das innerkirchliche Machtstreben. Den Ehrgeiz bezeichnete er in wörtlicher Anlehnung an Bernhard von Clairvaux als „ein subtiles Übel, ein geheimes Virus, eine okkulte Pest, ein Urheber der Täuschung“.

Dieser sei „die Mutter der Heuchelei, der Vater des Neides, der Ursprung der Laster“. Der Ehrgeiz wirke als Zündstoff für Verbrechen und bringe „Tugenden zum Rosten, Heiligkeit zum Faulen, Herzen zur Erblindung“.

Für die Führung der Kirche empfahl Varden dem Papst, sich mit Mitarbeitern zu umgeben, die „von erwiesener Heiligkeit, bereitwilligem Gehorsam und stiller Geduld“ geprägt seien. Gefordert seien Personen, die „katholisch im Glauben, treu im Dienst“ seien sowie „friedsam und auf Einheit bedacht“ handelten. Sie müssten sich „gewohnheitsmäßig dem Gebet widmen und bei jedem Unterfangen mehr Vertrauen in dieses setzen als in ihren eigenen Fleiß oder ihre eigene Arbeit“.

Varden grenzte das christliche Verständnis von Freiheit von weltlichen Vorstellungen ab. „Christliche Freiheit besteht nicht darin, die Welt mit Gewalt an sich zu reißen“. Vielmehr gehe es darum, „die Welt mit einer gekreuzigten Liebe zu lieben, die großmütig genug ist, uns freiwillig wünschen zu lassen, eins mit Christus, unser Leben für sie hinzugeben, damit sie befreit werde“.

Die täglichen Meditationen sollten den Kurienmitgliedern die spirituelle Dimension ihrer Arbeit bewusst machen. Varden sah das Leid und die Mühen des Amtes im Licht der Auferstehung: „Meine Brüder, die Herrlichkeit verbirgt sich nun in der Drangsal; die Ewigkeit verbirgt sich im gegenwärtigen Augenblick, ein erhabenes, unermessliches Gewicht in dieser Leichtigkeit“.

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