Buckelwal fügt sich laut Verantwortlichen „ästhetisch und würdevoll“ in Xantener Dom ein
Seit dem 22. Februar liegt im St.-Viktor-Dom in Xanten der Abguss eines toten Buckelwals, der sich den Verantwortlichen zufolge „ästhetisch und würdevoll in den Raum“ einfügt. Die 14 Meter lange Skulptur des israelischen Künstlers Gil Shachar ist rund vier Wochen lang während der Fastenzeit zu sehen und soll „unmittelbar mit Verletzlichkeit, Tod und Umweltzerstörung“ konfrontieren.
Bei der Installation mit dem Titel „The Cast Whale Project“ handelt es sich um den Abguss eines echten Buckelwals. Im Jahr 2018 war das Tier an der Küste von Lambert’s Bay in Südafrika gestrandet. Die 14 Meter lange und neun Meter breite Skulptur besteht aus mehreren hundert Kilogramm schweren Einzelteilen.
Veranstaltet wird das Projekt von Bildungseinrichtungen in Trägerschaft der Propsteigemeinde St. Viktor, dem Sachgebiet Jugendpastoral des Bistums Münster und der Propsteigemeinde selbst.
Matthias Heinrich, ein Pastoralreferent in der Propstei, erklärte auf Anfrage von CNA Deutsch im Namen des Projektteams: „Der Anblick des toten Wals konfrontiert unmittelbar mit Verletzlichkeit, Tod und Umweltzerstörung, die Kunstinstallation ist kaum geeignet, bei allen Betrachtern Wohlgefallen auszulösen.“
Die Reaktionen der Besucher zeigten jedoch, „dass das Kunstwerk auf großes Interesse stößt und zum Gespräch ebenso wie zur kontroversen Diskussion einlädt“, fuhr er fort.
Schirmherr der Installation ist der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann. Er betonte dem Portal Kirche+Leben zufolge: „Mit diesem gestrandeten, toten Tier haben wir im Grunde genommen die ganze Botschaft von Tod und Auferstehung plastisch vor uns.“ Es sei nicht zufällig, dass das Projekt während der Fastenzeit im Dom stattfinde.
Sinnbildlich liege der Wal gegenüber dem Xantener Altar, der für seine lebendig wirkenden Tierplastiken bekannt ist, erläuterte Heinrich, der Pastoralreferent, weiter. So ergebe sich „ein Spannungsfeld zwischen Leben, Tod und schließlich auch der Hoffnung“.
Dies passe gut zur Anlage des Doms, in dessen Krypta und Hochaltar die Reliquien antiker und moderner Märtyrer ruhen, während am Altar mit der Gemeinde Gottesdienst gefeiert werde.
In der Antwort des Projektteams hieß es dazu: „Leben, Tod, Hoffnung und Auferstehung gehören im Xantener Dom also seit jeher räumlich wie auch in der bildlichen Darstellung eng zueinander.“
Propst Stefan Notz sagte zu dem Wal: „Den Xantener Dom gibt es seit 1.300 Jahren. Und er hat seitdem sicherlich schon viel zu sehen bekommen. Ein Wal war bisher nicht dabei.“ Die Ausstellung läuft noch bis zum 22. März, also bis zum Beginn der Passionszeit zwei Wochen vor Ostern.
