Sagrada Família in Barcelona erreicht 172,5 Meter und ist damit höchste Kirche der Welt

Sagrada Família in Barcelona erreicht 172,5 Meter und ist damit höchste Kirche der Welt

Nach über 140 Jahren Bauzeit hat die Basílica de la Sagrada Família in Barcelona am 20. Februar ihre endgültige Höhe von 172,5 Metern erreicht. Damit löst das katholische Gotteshaus offiziell das protestantische Ulmer Münster als höchste Kirche der Welt ab, wie ABC News berichtete.

Die entscheidenden letzten Meter lieferte ein Kreuz aus dem bayerischen Gundelfingen. Das 17 Meter hohe und 13,5 Meter breite Bauteil aus Keramik und Glas wurde in mehreren Phasen auf dem Turm Jesu Christi montiert.

Bereits im Oktober 2025 hatte die Montage des ersten Kreuzarms begonnen, wodurch die Kirche auf 162,91 Meter wuchs. Der obere Arm wurde schließlich am 20. Februar mit einem Kran aufgesetzt und vollendete damit die Außenkonstruktion des Hauptturms.

Durch diesen Baufortschritt verliert das Ulmer Münster seinen Titel als höchster Kirchturm der Welt. Diesen hatte der Sakralbau in Baden-Württemberg seit 1890 und damit 135 Jahre lang mit einer Höhe von 161,5 Metern gehalten. Die Sagrada Família überragt das Münster nun um rund elf Meter.

Die finale Höhe der Basilika ist das Ergebnis einer bewussten architektonischen Entscheidung ihres Schöpfers Antoni Gaudí (1852–1926). Die Turmspitze liegt absichtlich einen halben Meter unter dem 173 Meter hohen Montjuïc-Hügel in Barcelona.

Nach Überzeugung des Architekten sollte sein Bauwerk die Schöpfung Gottes nicht übertreffen. Der nun vollendete Turm Jesu Christi ist der höchste von insgesamt 18 geplanten Türmen der Kirche, von denen weitere den zwölf Aposteln, den vier Evangelisten und der Gottesmutter Maria gewidmet sind.

Für den Architekten war das Projekt ein Instrument der Glaubensvermittlung. Gaudí lebte in seinen späten Jahren in strenger Askese direkt neben der Kirche, empfing täglich die Sakramente und verstand die gesamte Architektur als in Stein gebaute christliche Lehre.

Nach einem Straßenbahnunfall war der Architekt gestorben und mit einer Ausnahmegenehmigung von Papst Pius XI. in der Krypta seiner unvollendeten Kirche beigesetzt worden.

Im April 2025 erkannte Papst Franziskus offiziell Gaudís heroischen Tugendgrad an und verlieh ihm den Titel „Ehrwürdiger Diener Gottes“. Dies ist eine entscheidende Vorstufe im seit dem Jahr 2000 laufenden Seligsprechungsverfahren, für dessen Abschluss nun zwei anerkannte Wunder benötigt werden.

Planmäßig soll der Hauptturm am 10. Juni dieses Jahres, dem 100. Todestag Gaudís, feierlich eingeweiht werden. Die Innenarbeiten am Turm werden bis in die Jahre 2027/28 andauern, der Gesamtbau der Basilika wird voraussichtlich noch rund zehn weitere Jahre in Anspruch nehmen. Papst Leo wird sich zu dem Zeitpunkt in Spanien befinden, aber das genaue Programm steht noch nicht offiziell fest.

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