Kölner Weihbischof Schwaderlapp warnt vor Sport als Ersatzreligion
Weihbischof Dominikus Schwaderlapp hat davor gewarnt, körperliche Fitness spirituell zu überhöhen. In einem aktuellen EWTNPodcast betonte er die christliche Freiheit im Umgang mit Sport, zog jedoch eine klare Grenze bei der sonntäglichen Messfeier.
Im EWTN-Podcast „Himmel, Herz & Hirn“ diskutierte der Kölner Weihbischof die Frage, ob gläubige Christen Sport treiben sollten. Ausgangspunkt des Gesprächs war die theologische Überlegung, inwiefern Körper, Geist und Seele zusammengehören und ob es eine körperliche Heiligkeit gibt.
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Mehr InformationenDabei verwies der Geistliche auf historische Beispiele wie den heiligen Pfarrer von Ars oder den heiligen Philipp Neri. Diese seien mit ihrem Leib jeweils extreme, aber stark unterschiedliche Wege der Hingabe an Gott gegangen.
Grundsätzlich betonte Schwaderlapp, der menschliche Leib müsse geachtet werden. Er sei Teil der Persönlichkeit, zudem glauben Christen an die Auferstehung mit Leib und Seele. Zugleich warnte der Weihbischof davor, das Thema zu stark zu moralisieren und in den Lebensmittelpunkt zu rücken.
Nach Ansicht des Weihbischofs birgt die moderne Fokussierung auf Fitness gewisse Gefahren. Er begründete dies mit dem schwindenden Glauben an ein ewiges Leben. Er sagte: „Ich habe eher so ein bisschen die Sorge, dass wir so in einer Gesellschaft leben, in der der Sport Ersatzreligion wird.“
Wenn der Bezug zu Gott fehle, versuchten Menschen, das irdische Leben so lang und gesund wie möglich zu erhalten. Daraufhin gewinne der körperliche Ausgleich laut Schwaderlapp „plötzlich mal eine fast götzendienerische Bedeutung“.
Stattdessen sei die sportliche Betätigung in das eigene Ermessen gestellt. Es gebe aus Sicht des Christentums weder eine Pflicht noch ein striktes Verbot mit Blick auf derartige Dinge. Schwaderlapp betonte: „Das ist in die Freiheit der Kinder Gottes gestellt.“
Dennoch räumte er im Gesprächsverlauf ein, dass regelmäßige Bewegung dabei helfen könne, Trägheit abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu stärken, was sich wiederum positiv auf das geistliche Leben auswirken könne.
Eine deutliche Grenze zog der Weihbischof bei terminlichen Konflikten zwischen sportlichen Wettkämpfen im Verein und dem Gottesdienst. Auch wenn seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Vorabendmesse Alternativen biete, dürfe die sonntägliche Eucharistiefeier nicht vernachlässigt werden.
„Man kann jetzt nicht die Messe aufgeben“, stellte Schwaderlapp klar. Wenn der Sport den Kirchgang unmöglich mache, sei für ihn eine rote Linie erreicht.
