Nahost-Krieg: Christen im Libanon und im Irak fürchten um Existenz

Nahost-Krieg: Christen im Libanon und im Irak fürchten um Existenz

Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran hat weitreichende Auswirkungen auf christliche Minderheiten im Orient. Wie das Hilfswerk „Christian Solidarity International“ (CSI) mitteilte, fürchten Christen unter anderem im Libanon und im Irak um ihre Existenz. Zuletzt wurde ein Priester im Libanon durch israelische Angriffe getötet. Gleichzeitig hat der Iran nach dem Tod von Ajatollah Ali Chamenei eine neue Führung bestimmt.

Hintergrund der aktuellen Zuspitzung ist die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei durch israelisch-amerikanische Luftstreitkräfte am 28. Februar. Am Sonntag gab der iranische Expertenrat die Wahl von dessen Sohn, Modschtaba Chamenei, zum Nachfolger bekannt. Israels Militär, aber auch US-amerikanische Regierungsvertreter, kündigten derweil an, auch potenzielle Nachfolger ins Visier zu nehmen.

Im Libanon geraten christliche Dörfer in die Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Nach israelischen Angriffen im Südlibanon forderte die israelische Armee die Bewohner mehrerer Grenzdörfer zur Evakuierung auf. Laut CSI widersetzen sich jedoch viele Christen in Orten wie Rmeich und Ain Ebel diesen Anordnungen.

Der maronitische Priester Toni Elias aus Rmeich begründete dies gegenüber der Nachrichtenagentur Fides mit der Sorge um den dauerhaften Verlust der Heimat. Er sagte: „Wir haben beschlossen, unsere Häuser nicht zu verlassen – denn wenn wir unsere Dörfer verlassen, dann könnten wir sicherlich nie wieder zurückkehren.“ Weiter betonte der Geistliche: „Wir haben keine Waffen, wir haben keine Raketen, wir sind für niemanden eine Gefahr. […] Wir bleiben hier und bitten Gott um seinen Schutz.“

Ein lokaler Projektpartner von CSI bestätigte die angespannte Lage im Südlibanon. In einer Pressemitteilung des Hilfswerks hieß es: „Die Christen weigerten sich, ihre Häuser zu verlassen, aus Angst, dass die Hisbollah sie besetzen könnte, wie es während des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah 2024 geschehen war.“ In der Ortschaft Alma Chaab hätten Gläubige in der Kirche Zuflucht gesucht und die Glocken als Zeichen des Widerstands geläutet.

Derzeit erschwere die Inflation bei Grundnahrungsmitteln und Treibstoff die Versorgung, wie es hieß.

Auch in anderen Ländern wächst die Unsicherheit. Im Nordirak fliehen Christen laut CSI-Angaben aus Angst vor iranischen Raketenangriffen aus der Stadt Erbil in die angrenzende Ninive-Ebene.

In Pakistan und Nigeria nutzen islamistische Gruppen die Lage laut lokalen Quellen, um die Stimmung gegen die christliche Minderheit aufzuheizen. Beobachter des Hilfswerks äußern die Sorge, der Konflikt könne als Religionskrieg umgedeutet werden.

„Die muslimische Mehrheit betrachtet den Krieg als einen Krieg der Kafirs (Christen und Juden) gegen die Muslime“, berichtete ein CSI-Partner in der Region. „Solange der Krieg nicht beendet ist, sind das Leben und das Eigentum der Christen in Pakistan in Gefahr. Unser größtes Anliegen ist es, dass der Krieg beendet wird und diese Probleme durch Verhandlungen friedlich gelöst werden.“

In der iranischen Hauptstadt Teheran berichtet die armenisch-apostolische Kirche laut CSI von einer äußerst angespannten Lage. Das Kulturzentrum der Gemeinde sei beschädigt worden, bislang habe es jedoch keine Verletzten gegeben.

Der Präsident von CSI, John Eibner, ordnete die Entwicklungen ein. Kriege seien „zwangsläufig zerstörerisch für die Religionsfreiheit und die Menschenwürde“, erklärte er.

Mit Blick auf die westlichen Akteure betonte Eibner: „Mächte, die sich als christlich präsentieren oder behaupten, im Interesse der christlichen Zivilisation zu handeln, haben die Verantwortung, Krieg gemäß den christlichen Prinzipien zu führen, die über Jahrhunderte hinweg entwickelt wurden, um Tod und Zerstörung zu begrenzen.“

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