Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins gegen Besichtigungsgebühr für den Kölner Dom
Barbara Schock-Werner, die Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln (ZDV), hat sich kritisch zu den Plänen geäußert, Eintritt für den Besuch des Kölner Doms zu verlangen. Schock-Werner war von 1999 bis 2012 Kölner Dombaumeisterin.
In der vergangenen Woche hatte das Metropolitankapitel mitgeteilt, man werde „ab der 2. Jahreshälfte 2026 eine Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher“ einführen.
Der Unterhalt des Gebäudes koste in diesem Jahr etwa 16 Millionen Euro, was 44.000 Euro pro Tag entspreche, sagte Dompropst Guido Assmann, der auch Generalvikar der Erzdiözese Köln ist.
Schock-Werner sagte nun dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Ich finde es generell sehr, sehr bedauerlich, dass man überhaupt Eintritt für den Dom nimmt.“ Sie sei immer der Meinung gewesen, dass es „auch nicht-kommerzielle Räume“ geben müsse. „Man sollte nicht für alles bezahlen müssen – am wenigsten für den Besuch in der Kirche.“
Sie fuhr fort, der Satz, den sie „in meiner Zeit als Dombaumeisterin am häufigsten von den Menschen gehört habe“, sei gewesen: „Immer wenn ich in der Stadt bin, gehe ich als erstes in den Dom.“ Es seien diese Personen „nicht alles Gottesdienstbesucher“ gewesen, „aber eben auch keine Touristen, sondern Liebhaberinnen und Liebhaberinnen – ich könnte auch sagen: ‚Dombesucher mit Herzblut.‘ Ich fürchte, viele von denen werden durch ein Eintrittsgeld abgeschreckt.“
Offen ist bislang noch, wie viel Eintritt das Metropolitankapitel für den Besuch des Kölner Doms verlangen wird. Schock-Werner sagte, sie „hoffe sehr, dass es ein Betrag unter 10 Euro wird. Was ich höre, sind Beträge um die 12 bis 15 Euro. Das fände ich nun unfair gegenüber den Kölnerinnen und Kölnern sowie den Menschen aus der Region.“
Sie höre „immer wieder Vergleiche mit Mailand und seinem gotischen Dom. ‚Unser Dom‘, heißt es, ‚ist ja wohl nicht weniger wert als der Mailänder‘. Dort beträgt die Mindestgebühr für den Innenraum und das Dommuseum regulär 13,50 Euro. Wer zusätzlich noch den spektakulären Blick vom Dach auf die Architektur und die Stadt haben will, zahlt mindestens 26 Euro. Das fände ich nun ziemlich entsetzlich.“
Bereits in der vergangenen Woche räumte Dompropst Assmann ein, dass die Besichtigungsgebühr dazu führen könnte, das weniger Menschen den Dom besuchen. Das könne jedoch auch positive Effekte haben, zeigte er sich überzeugt: „Uns erreichen immer wieder Beschwerden von Menschen, die die permanente Geräuschkulisse und den großen Andrang im Dom kritisieren.“ Man gehe davon aus, „dass die neue Besichtigungsgebühr den ‚Tagesbetrieb‘ im Dom deutlich beruhigt und dabei hilft, den Dom wieder stärker als Gotteshaus und sakralen Raum erfahrbar zu machen“.
Der Bau des Kölner Doms begann bereits 1248 im Mittelalter, wurde aber nach langer Bauunterbrechung erst im 19. Jahrhundert als neugotisches architektonisches Kunstwerk vollendet.
