Keine Anmeldung für Katechismusunterricht im Zentrum von Bologna: Kardinal Zuppi besorgt

Keine Anmeldung für Katechismusunterricht im Zentrum von Bologna: Kardinal Zuppi besorgt

In drei Pfarreien im historischen Zentrum von Bologna gab es in diesem Jahr keine einzige Anmeldung von Kindern für den Katechismusunterricht. Kardinal Matteo Zuppi nannte die Situation gegenüber der italienischen Zeitung IlRestoDelCarlino „besorgniserregend“.

Nach Darstellung des Kardinals ist der Mangel an Kindern im Stadtzentrum primär ein Resultat der Stadtentwicklung und weniger ein Indikator für einen plötzlichen Glaubensschwund der verbliebenen Anwohner.

Der Erzbischof von Bologna und Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) sagte: „In den letzten Jahren haben nämlich die Studenten die Familien vertrieben, und die Bed&Breakfasts haben dann die Studenten vertrieben. Das Ergebnis ist, dass wir heute zweifellos einen objektiven Wandel des Territoriums erleben.“

„Die Abwesenheit von Kindern ist eine Tatsache und sicherlich besorgniserregend“, führte er aus. „Aber ich würde dies nicht als ein Problem der Abwesenheit (oder des Rückgangs) der Teilnahme von Familien am kirchlichen Leben interpretieren. Der Punkt ist, dass sich das Gebiet tatsächlich verändert hat.“

Hintergrund der lokalen Entwicklung ist jedoch auch ein anhaltender Rückgang der kirchlichen Praxis auf nationaler Ebene. Laut Zahlen des nationalen Statistikamtes Istat fiel der Anteil der Italiener, die mindestens einmal wöchentlich die Messe besuchen, von 36,4 Prozent im Jahr 2001 auf 17,9 Prozent im Jahr 2023.

Eine Studie des Instituts Censis im Auftrag der CEI aus dem Jahr 2024 zeigte zudem, dass von den sich als katholisch bezeichnenden Italienern noch 15,3 Prozent regelmäßig einen Gottesdienst besuchen. Knapp ein Drittel der Gesamtbevölkerung betritt demnach nie eine Kirche.

Besonders deutlich ist dieser Rückgang bei jungen Menschen. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren sank die regelmäßige Teilnahme von 37 Prozent im Jahr 2001 auf 12 Prozent im Jahr 2022.

Mit Blick auf die Zukunft des kirchlichen Lebens in Bologna mahnte Zuppi, die Altstadt laufe Gefahr, „zu einer leeren Vitrine zu werden“ und ihren gemeinschaftlichen Charakter zu verlieren.

Er forderte dazu auf, städtebauliche und soziale Veränderungen aktiv zu gestalten: „Natürlich verändern sich Städte, die Jahreszeiten wechseln, aber wir müssen versuchen, die Phänomene zu steuern und zu moderieren, sie zu lenken, sonst laufen wir Gefahr, dass die Phänomene uns lenken.“

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