Wiener Dompfarrer unterstützt Einführung von Gebühren für Besuch des Kölner Doms

Wiener Dompfarrer unterstützt Einführung von Gebühren für Besuch des Kölner Doms

Der Wiener Dompfarrer Toni Faber hat die Einführung von Gebühren für den Besuch des Kölner Doms unterstützt. Im einem Gespräch mit dem Kölner Domradio sagte er am Wochenende, es sei ein „sicher gut überlegter, weiser Entschluss“.

Anfang März hatte das Kölner Metropolitankapitel mitgeteilt, man werde „ab der 2. Jahreshälfte 2026 eine Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher“ einführen.

Der Unterhalt des Gebäudes koste in diesem Jahr etwa 16 Millionen Euro, was 44.000 Euro pro Tag entspreche, sagte Dompropst Guido Assmann, der auch Generalvikar der Erzdiözese Köln ist.

Er räumte ein, dass die Besichtigungsgebühr dazu führen könnte, das weniger Menschen den Dom besuchen. Das könne jedoch auch positive Effekte haben, zeigte sich Assmann überzeugt: „Uns erreichen immer wieder Beschwerden von Menschen, die die permanente Geräuschkulisse und den großen Andrang im Dom kritisieren.“ Man gehe davon aus, „dass die neue Besichtigungsgebühr den ‚Tagesbetrieb‘ im Dom deutlich beruhigt und dabei hilft, den Dom wieder stärker als Gotteshaus und sakralen Raum erfahrbar zu machen“.

Faber sagte, er könne sich in Wien „nicht vorstellen, ohne diese Einnahmen den Dombetrieb aufrechtzuerhalten, da sie einen wesentlichen Teil unserer Möglichkeiten ausmachen, Mitarbeiter, Gottesdienstbetrieb, Musikbetrieb und alles andere zu finanzieren.

In Wien habe man sich vor einem Vierteljahrhundert beim Stephansdom „für eine Doppellösung entschieden. Zum einen bleibt der freie Zugang zum Gotteshaus immer gewahrt. Natürlich auch zu den täglichen sieben Gottesdiensten und am Sonntag zu den neun Gottesdiensten. Gleichzeitig sperren wir zwei Drittel des Stephansdoms ab. Das gilt für diejenigen, die den Stephansdom mit Audioguide selbst besichtigen oder Gruppenführung machen. Die führen auch in ruhigere Bereiche, durch manche Geheimnisse des Doms.“

„Somit ist ein Drittel des Domes frei begehbar“, fasste Faber zusammen. „Vom Haupttor, wo man zum Beten, zum Kerzenanzünden, zur Anbetung, zur Beichte, zum Dom-Shop kommen kann, zur Katakomben-Führung, zum Aufgang und zum Südturm.“

Im September 2024 sagte Faber in einem Interview mit der österreichischen Zeitung Kurier: „Vor 40 Jahren als Theologiestudent hatte ich gehofft, weibliche Priester, die Abschaffung des Zölibats und die Segnung homosexueller Paare zu erleben – Themen, die die evangelische Kirche alle schon beantwortet hat, die aber dennoch leider nicht besser dasteht als wir. Davon hängt also offensichtlich die Zukunft der Kirche nicht ab. Damit habe ich mich abgefunden. Wir tun uns mit Reformen schwer in der Kirche. Dass ich hier so arbeiten kann, wie ich es tue, ist eigentlich eh auch schon ein kleines Wunder.“

In demselben Interview sagte er auch, er segne „seit vielen Jahren“ homosexuelle Verbindungen“ – „mit Billigung, wenn auch nicht immer zur Freude des Kardinals. Die Segnung Homosexueller hat jetzt endlich eine kirchenamtliche Gutheißung bekommen, auch wenn sie wieder ein bisschen zurückgenommen wurde. Aber grundsätzlich hat uns Papst Franziskus eine größere Freiheit geschenkt.“

Auf die Frage, ob er „nicht auch persönlich“ das Kirchenrecht breche, antwortete der Priester: „Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein, heißt es in der Bibel. Und ich bitte den Herrgott täglich: ‚Sei mir armem Sünder gnädig!‘ Ich möchte mich möglichst wenig mit Fehlern anderer aufhalten und bitte auch, das mit meinen so zu halten.“

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