Görlitzer Bischof Ipolt: Verhältnis zu polnischen Bischöfen hat sich „normalisiert“

Görlitzer Bischof Ipolt: Verhältnis zu polnischen Bischöfen hat sich „normalisiert“

Bischof Wolfgang Ipolt aus Görlitz hat am 10. und 11. März als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) an der Vollversammlung der polnischen Bischofskonferenz in Warschau teilgenommen. „Der Austausch – insbesondere auch mit den Bischöfen aus anderen Ländern – war eine hilfreiche Weitung unserer Perspektive“, sagte Ipolt nach dem Treffen.

Neben dem Görlitzer Bischof nahmen unter anderem der Bischof von Kopenhagen sowie Bischöfe aus dem Baltikum, aus Italien, Spanien, Ungarn und der Ukraine teil. Anlass war ein Studientag zum Thema „Die Pfarrei der Zukunft“, zu dem die polnischen Gastgeber Bischöfe aus mehreren europäischen Ländern eingeladen hatten.

„Offenbar wollten die polnischen Mitbrüder bei dieser Vollversammlung bewusst auch eine Perspektive von außen einholen“, erläuterte Ipolt im Gespräch mit katholisch.de. „Das fand ich bereichernd.“

Im Mittelpunkt des Studientags stand die Frage, welche Herausforderungen künftig auf Pfarrgemeinden zukommen. Ipolt schilderte die Lage in deutschen Bistümern. „Ich habe recht offen beschrieben, welche Umstrukturierungen es in unseren Diözesen gibt, und habe auch Begriffe wie ‚Pastorale Räume‘ erklärt […]“, sagte er.

Erzbischof Tadeusz Wojda, der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, habe darauf positiv reagiert. Laut Ipolt sagte er: „Das war sehr interessant, vielen Dank.“

Weitere Themen brachten die anderen Gastbischöfe ein. „Ein Thema, das mehrfach zur Sprache kam, war zum Beispiel das synodale Miteinander in den Pfarreien“, berichtete Ipolt. „Viele Pfarrer tun sich offenbar schwer mit Gremienstrukturen, wie wir sie in Deutschland kennen – etwa mit dem Pfarreirat oder dem Kirchenvorstand.“

Auch die Katechese, also die Vorbereitung auf Ehe, Firmung oder Erstkommunion, wurde thematisiert. „Hier wurde offen gesagt, dass diese in vielen Fällen zu schwach sei und dass die Katecheten, Priester oder Ordensleute dafür nicht immer ausreichend ausgebildet sind“, berichtete Ipolt.

Kein Thema in Warschau war hingegen der Synodale Weg oder die geplante Synodalkonferenz. „Nein, überhaupt nicht“, antwortete Ipolt auf die Frage, ob polnische Bischöfe ihn darauf angesprochen hätten. Am Rande der Vollversammlung traf er sich mit den drei polnischen Mitgliedern der Kontaktgruppe beider Bischofskonferenzen, um die nächste Begegnung vorzubereiten.

Trotz früherer Spannungen aus der Zeit des Synodalen Wegs beschrieb Ipolt das bilaterale Verhältnis als entspannt. „Ich persönlich habe davon nichts bemerkt“, sagte er. In beiden Bischofskonferenzen gebe es inzwischen neue Vorsitzende, mehrere jüngere Bischöfe seien hinzugekommen. „Mein Eindruck ist, dass das Verhältnis sich normalisiert hat“, so Ipolt.

Über die Lage der Kirche in Polen berichtete Ipolt von einem offenen Austausch. „In meinen Gesprächen mit den polnischen Mitbrüdern habe ich gemerkt, dass sie durchaus manche Herausforderungen sehen, vor allem im Blick auf die Pfarreien und die Priester“, sagte er.

Mehrfach sei festgestellt worden, dass manche Pfarrer den Nerv der Menschen nicht mehr richtig träfen. Auch die sogenannte ars celebrandi, also die Art und Weise, Gottesdienste zu feiern, sei als Schwachpunkt benannt worden.

Zugleich wies Ipolt auf thematische Unterschiede zur Situation in Deutschland hin: „Die Missbrauchsfrage etwa spielt in Polen zwar auch eine Rolle, möglicherweise aber nicht in derselben Intensität wie bei uns Deutschland.“

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