Kölner Domkapitular Meiering berichtet, wie er während Nahost-Krieg in Katar feststeckte
Der Kölner Innenstadtpfarrer und Domkapitular Dominik Meiering hat berichtet, wie er zufällig genau bei Ausbruch des Nahost-Kriegs in Katar feststeckte. Der Priester war in Katar, um an einer Erstkommunionfeier teilzunehmen: „Es ging um die Kinder einer befreundeten Familie, die ich alle getauft habe.“
„Wir hatten zwar keine Angst um Leib und Leben, aber wir konnten die Raketen und die Interceptors, die sie abgefangen haben, fliegen sehen“, sagte Meiering der Kölner Domradio am Dienstag. „Das Feuerwerk in der Luft hat die Fenster entsprechend rappeln lassen.“
In Windeseile war es zur Eskalation des Iran-Kriegs gekommen, den die USA und der Staat Israel begonnen hatten. Er breitete sich auf andere Länder in der Region aus.
Der Iran selbst attackiert Ziele in verschiedenen Staaten der Golfregion, die mit den USA in Verbindung stehen – dazu gehört Katar –, darunter vor allem Militärstützpunkte. Zudem blockiert der Iran die Straße von Hormus, sodass deutlich weniger Erdöl als sonst aus der Region in alle Welt exportiert werden kann – was sich in den Spritpreisen niederschlägt.
Die schiitische Terrororganisation Hisbollah, die beste Verbindungen zum schiitisch regierten Iran hat, führt vom Libanon aus Gegenschläge auf israelische Ziele durch. Der Staat Israel wiederum hat massiv gegen dieses Land mobilisiert und führt tägliche Militäroperationen durch, denen dort bereits Hunderte zum Opfer gefallen sind, darunter auch ein katholischer Priester.
„Wir waren mit 13 Leuten in dem Haus der Familie und natürlich ständig am Handy oder im Internet, um zu schauen, was als Nächstes kommt“, sagte Meiering: „Wann geht der nächste Flieger? Gibt es Alternativen, um hier rauszukommen?“
Letztlich habe man sich für den Landweg nach Saudi-Arabien entschieden: „Wir mussten durch die Wüste. Der Grenzübergang von Katar nach Saudi-Arabien ist aber durchaus tricky. Da gibt es insgesamt sieben Stationen, an denen kontrolliert wird. Jedes Mal werden der Pass und das Visum geprüft.“
Von Riad in Saudi-Arabien ging es dann per Flugzeug weiter – was auch schwierig war, weil der Flugverkehr zwischenzeitlich eingestellt wurde. „Am Ende waren es 21 Pass- und Visa-Kontrollen und eine 36-Stunden-Reise“, so das Fazit des Kölner Innenstadtpfarrers, der auch einige Jahre lang Generalvikar der Erzdiözese Köln war. „Ich wollte die ganze Reise wach sein und alles mitbekommen. Am Ende überwog die Freude. Ich habe gespürt: Du bist da durchgekommen und wieder heil zu Hause gelandet.“
