Anschlag mit Molotowcocktail auf Lebensschutz-Marsch in Lissabon verübt

Anschlag mit Molotowcocktail auf Lebensschutz-Marsch in Lissabon verübt

Während eines Lebensschutz-Marsches in Lissabon hat ein 39-jähriger Mann am Samstag ein Molotowcocktail auf die Kundgebungsteilnehmer geworfen. Beim Aufprall zündete er jedoch nicht, sodass es keine Verletzten gab.

„Solches Verhalten ist in einer demokratischen Gesellschaft inakzeptabel“, erklärte der Koordinator des Marsches, Nuno Marques Afonso, nach dem Vorfall laut The Pillar. Er betonte die Gefährdung von Familien mit Kindern, die unter den Teilnehmern des Hauptmarsches in Lissabon gewesen waren.

Der Angriff ereignete sich am Ende der Kundgebung vor dem Parlamentsgebäude. Nach Angaben von Marques Afonso wurde der Docht der Flasche nass, sodass sie zu Boden fiel, ohne zu zünden.

Mehrere Teilnehmer wurden mit Benzin bespritzt. Marschteilnehmer überwältigten den Täter und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Er wurde ins Krankenhaus São José gebracht und blieb in Gewahrsam.

Nach Angaben der portugiesischen Polizei (PSP) wurden drei weitere Verdächtige identifiziert, die vom Tatort flohen. Behörden ordneten den Festgenommenen einer Aktivistengruppe zu, die bereits bei anderen Demonstrationen ähnliche Störungen verursacht haben soll.

Am Montag soll er einem Richter vorgeführt werden. Der Sicherheitsexperte José Manuel Anes beurteilte den Anschlag als Terrorakt. „Da er sich gegen Zivilisten richtet, handelt es sich um Terrorismus“, sagte Anes.

Lissabons Patriarch, Erzbischof Rui Valério, verurteilte den Anschlag. „Solche Vorkommnisse sind absolut inakzeptabel. Gewalt ist niemals der richtige Weg. Sie baut nicht auf, sie würdigt nicht, sie dient nicht der Wahrheit. Und sie ist umso schmerzlicher, wenn sie die Schwächsten unter uns bedroht, insbesondere Kinder, die stets ein Zeichen der Hoffnung und nicht der Angst ausgesetzt sein sollten“, erklärte er.

Auch Innenminister Luís Neves verurteilte den Angriff und lobte die Polizei für ihr rasches Eingreifen. „Wir tolerieren keinerlei Form des gewaltsamen Extremismus“, betonte er.

Am Hauptmarsch in Lissabon nahmen laut Veranstaltern rund 4.000 Menschen teil. Portugiesen marschierten am selben Tag in insgesamt zwölf Städten. Teilnehmer trugen Transparente für den Schutz des ungeborenen Lebens. Nach Angaben der Organisatoren war es der erste gewaltsame Vorfall bei einem Lebensschutz-Marsch in Portugal. 

In Portugal ist die vorgeburtliche Kindstötung auf Wunsch in den ersten zehn Schwangerschaftswochen legal. 2023 wurden dort insgesamt 17.124 Abtreibungen registriert. Das entspricht einer Rate von rund 12,1 Abtreibungen je 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter.

Nach kirchlicher Lehre steht menschliches Leben von der Empfängnis an unter besonderem Schutz. Papst Johannes Paul II. erklärte in der Enzyklika Evangelium vitae (1995): „Unter allen Verbrechen, die der Mensch gegen das Leben begehen kann, weist die Vornahme der Abtreibung Merkmale auf, die sie besonders schwerwiegend und verwerflich machen. Das II. Vatikanische Konzil bezeichnet sie und die Tötung des Kindes als ‚verabscheuungswürdiges Verbrechen‘.“

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