Transgender-Person leitet katholische Kita im Bistum Essen

Transgender-Person leitet katholische Kita im Bistum Essen

Ein katholischer Kita-Träger im Bistum Essen beschäftigt seit 2023 eine Transgender-Person als Einrichtungsleiter und unterstützt aktiv eine sogenannte „Geschlechtsumwandlung“. Der Vatikan hingegen warnt in der Erklärung Dignitas infinita von 2024 weiterhin vor Gender-Ideologie als Bedrohung der Menschenwürde.

Was 2016 noch als „unvereinbar“ abgelehnt wurde, ist 2023 zur gelebten Praxis geworden: So beschäftigt die St. Augustinus Kindergarten GmbH, die zum katholischen Konzern KERN (Katholische Einrichtungen Ruhrgebiet Nord GmbH) im Bistum Essen gehört, seit Herbst 2023 Janik Marcuz als Leiter der Kita St. Lucia in Gelsenkirchen-Ückendorf.

Marcuz ist eigentlich eine Frau, durchläuft aber seit 2023 eine medizinische sogenannte „Geschlechtsumwandlung“. Sie schilderte in einem ausführlichen Porträt der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), wie der Träger sie aktiv auf ihrem Weg unterstütze. Vier größere Operationen hat sie seit Ende 2024 hinter sich.

2016 war Marcuz – damals noch unter dem Namen Elena – am Ende ihres Anerkennungsjahres in der Kita St. Lucia abgelehnt worden: Das Privatleben in einer homosexuellen Verbindungsei „unvereinbar“ mit dem Selbstverständnis des katholischen Arbeitgebers, hieß es damals laut WAZ-Bericht.

Seit einer Reform des kirchlichen Arbeitsrechts (Grundordnung des kirchlichen Dienstes) von 2022 sind homosexuelle Verbindungen und gravierend von der kirchlichen Lehre abweichende Lebensweisen jedoch kein Kündigungsgrund mehr.

Marcuz sagte, die KERN-Geschäftsführerin Susanne Minten habe sich persönlich bei ihr für das Verhalten ihres Vorgängers entschuldigt. Nach dem Outing über die laufende Hormontherapie habe es nun lediglich  geheißen: „Ist ok.“

Den Kindern in der katholischen Kita hat Marcuz offenbar Bilderbücher zum Thema Transgender vorgelesen: „Sie haben schnell verstanden, wie wichtig es ist, dass Herz, Kopf und Körper sich richtig anfühlen“, wurde sie in dem Artikel zitiert.

Doch genau dieser Ansatz, dass Körper und Geschlecht auseinanderfallen und der Körper dann angepasst werden muss, widerspricht der jüngsten offiziellen Lehräußerung des Vatikans.

Mit dem im April 2024 veröffentlichten Dokument Dignitas infinita widmete sich das Dikasterium für die Glaubenslehre, das von Papst Franziskus approbiert wurde, in einem ganzen Abschnitt der „Gender-Theorie“ und verurteilte diese als Gefährdung der Menschenwürde.

In Nummer 56 hieß es unter Berufung auf Franziskus: „Die Gender-Theorie […], die sehr gefährlich ist, weil sie mit ihrem Anspruch, alle gleich zu machen, die Unterschiede auslöscht.“

Das Dokument charakterisierte den Anspruch, das eigene Geschlecht durch medizinische Eingriffe zu verändern, als „uralte Versuchung des Menschen“, sich selbst zu Gott zu machen. Nummer 58 stellte fest, die Gender-Theorie versuche, „den größtmöglichen Unterschied zwischen Lebewesen zu leugnen: den der Geschlechter“.

In Nummer 60 warnte die Erklärung explizit vor geschlechtsverändernden Eingriffen, diese bergen die „Gefahr“, die „einzigartige Würde zu bedrohen“, die der Mensch von Empfängnis an besitze. Körper und Seele seien untrennbar und beide Teil der Personenwürde.

Das Bistum Essen, in dessen Gebiet die betreffende Kita liegt, ist Heimat von Weihbischof Ludger Schepers. Seit Februar 2024 ist Schepers zudem der erste „Queer-Beauftragte“ der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). In dieser Funktion positionierte er sich dezidiert gegen die überlieferte kirchlichen Lehre.

Zu Transidentität und Geschlechtsumwandlung sagte Schepers in einem Interview mit dem Bistum Essen: „Ja, die gibt es. Die sind mir auch begegnet und das sind Leidensgeschichten. […] Man wechselt nicht einfach seine sexuelle Orientierung und Identität.“ Und weiter: „Wenn aber am Ende die Person für sich sagen kann, dass sie sich endlich richtig fühlt, dann wünsche ich ihr nur alles Gute der Welt.“

Gegenüber dem Portal Kirche und Leben kritisierte Schepers die Kirchenlehre offen: „Die kirchliche Lehre geht aber nach wie vor davon aus, dass es nur Mann und nur Frau gibt.“

Am Rande erwähnte der WAZ-Bericht, dass eine von 60 Kita-Familien um ein Gespräch bat und erklärte, man wolle nicht, dass dem Kind der Eindruck vermittelt werde, „es könnte im Leben alles werden, was es will“.

Die Transgender-Person antwortete der WAZ dazu: „Ich habe ihnen dann klargemacht, dass genau das unser Ansatz in der Kita ist: Mädchen und Jungen zu ermutigen, ihre Träume zu verwirklichen. Mit meiner Geschlechtsumwandlung hat das ja nichts zu tun.“ Das Kind blieb daraufhin in der Einrichtung.

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