Vietnamesischer Kardinal Jean-Baptiste Phạm Minh Mẫn mit 92 Jahren gestorben
Der vietnamesische Kardinal Jean-Baptiste Phạm Minh Mẫn ist am Sonntag mit 92 Jahren gestorben. Aufgrund seines Alters nahm er nicht mehr am Konklave teil, das Robert Francis Prevost OSA im Mai 2025 zum Papst wählte, denn ab 80 Jahren ist die Teilnahme an der Wahl nicht mehr gestattet.
Geboren am 5. März 1934, war Mẫn nach seiner Priesterweihe 1965 vor allem in der Priesterausbildung tätig. Aufgrund der politischen Lage geschah dies jahrelang im Untergrund.
Papst Johannes Paul II. machte ihn 1993 zum Koadjutorbischof von Mỹ Tho – er hatte also das Recht auf Nachfolge des dortigen Bischofs. Bevor es dazu kam, erfolgte 1998 jedoch die Ernennung zum Erzbischof von Thành Phố Hồ Chí Minh. Ho-Chi-Minh-Stadt ist benannt nach dem kommunistischen Revolutionär, der 1969 starb – noch vor dem Ende des Vietnamkriegs 1975. Früher hieß die Stadt Saigon, wobei dieser Name auch heute noch Verwendung findet.
2003 wurde Mẫn schließlich Kardinal. Als solcher konnte er am Konklave von 2005, das Papst Benedikt XVI. wählte, und am Konklave von 2013 teilnehmen, aus dem Franziskus als Papst hervorging. Seit 2014 war Mẫn im altersbedingten Ruhestand.
Die Kirche ist in Vietnam eine Minderheit. Hunderttausende Katholiken waren in den 1950er Jahren aus dem kommunistischen Norden in den Süden gezogen. Der kommunistische Norden verfolgte die Katholiken dort und weitete dies nach dem Angriff auf den Süden, den den Vietnamkrieg auslöste, auch auf die dort lebenden Katholiken aus. Dutzende Priester wurden in Gefängnisse oder Straflager gesteckt.